14. November 2008 19:09

Forderung 

ORF soll wegen Emmerich-Sagern verurteilt werden

Der US-Botschafter fordert eine ORF-Verurteilung wegen der Aussagen über Obama. Der ORF hat sich bereits von den Rassismen distanziert.

ORF soll wegen Emmerich-Sagern verurteilt werden
© USEmbassy

Der US-Botschafter in Österreich, David F. Girard-diCarlo, fordert in einem offenen Brief an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz eine offizielle Verurteilung der rassistischen Kommentare des früheren ORF-Korrespondenten Klaus Emmerich über den designierten US-Präsidenten Barack Obama während der ORF-Livesendung zur US-Präsidentenwahl. ORF-Sprecher Pius Strobl meinte dazu am Freitagabend, das Unternehmen habe sich durch ihn von Emmerichs Äußerungen "praktisch in der Sekunde" distanziert und entsprechende Stellungnahmen auch an führende US-Medien übermittelt.

Umstrittene Aussagen
Emmerich hatte am 5. November im ORF unter anderem erklärt, dass er sich "nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen" wolle. Die US-Amerikaner hielt Emmerich in der TV-Diskussion "nach wie vor für Rassisten, und es muss ihnen schon sehr schlecht gehen, dass sie so eindrucksvoll ... einen Schwarzen mit einer schwarzen, sehr gut aussehenden Frau ins Weiße Haus schicken". Laut Emmerich wäre das ungefähr so, "wie wenn der nächste Bundeskanzler in Österreich ein Türke wäre".

Affront gegen Amerika
In dem am Freitagabend veröffentlichten Brief an Wrabetz schreibt Girard-diCarlo, er selbst "verurteile diese rassistischen Äußerungen Emmerichs aufs heftigste. Sie sind ein Affront gegen den designierten Präsidenten und das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika." Seit sie zu sehen gewesen seien, "wartet und hofft die US-Botschaft auf eine offizielle öffentliche Verurteilung seitens des ORF", erklärt der US-Botschafter. "Die Notwendigkeit einer solchen Verurteilung ist offensichtlich, da laut österreichischen Medienberichten Herr Emmerich diese Bemerkungen vor einem Fernsehpublikum von ca. 1,2 Millionen gemacht hat."

Antwort von Wrabetz folgt
Der ORF-Generaldirektor werde dem US-Botschafter selbstverständlich auf dessen Brief antworten, meinte Strobl dazu: "Die Frage, was wir für angemessen halten, obliegt aber dem ORF". Dessen Haltung sei klar, wie sie auch bereits unmittelbar nach der Sendung breit kommuniziert worden sei: "Wir distanzieren uns in aller Entschiedenheit von diesen Aussagen", erklärte Strobl einmal mehr, die entsprechenden Abteilungen des ORF wüssten auch, wie sie nach dem Vorfall in ihrer künftigen Einladungspraxis "zu verfahren haben".




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