10. August 2007 16:58

Junge Talente 

ORF startet Musical-Show im Herbst

Der ORF startet im Herbst mit einer neuen Casting-Show: Zehn Nachwuchstalente singen und tanzen acht Folgen lang um die Gunst von Publikum und Jury.

ORF startet Musical-Show im Herbst
© ORF/Badzic

Nach langem Hin- und Herüberlegen hat sich der ORF auf ein Herbst-Event festgelegt: Ab 23. November kommt "Musical - Die Show". Dem Gewinner winkt ein Engagement im Queen-Musical "We Will Rock You".

Man habe sich mit der Entscheidung für das ORF-Herbst-Event Zeit gelassen, "weil wir versucht haben, nicht nur Talente zu suchen und zu entwickeln und dann zu sagen: Alles Gute für die Zukunft", erklärte Programmdirektor Wolfgang Lorenz. Der ORF will vielmehr auch gleich die berufliche Zukunft der Kandidaten ebnen, weshalb das Übereinkommen mit dem Queen-Musical getroffen wurde, das die Vereinigten Bühnen Wien in Kooperation mit WWRY GMBH vom 24. Jänner bis 10. Juni 2008 im Wiener Raimundtheater präsentieren.

Keine "Duschen-Sänger" gesucht
Voraussetzung für die künftigen ORF-Musicalstars ist daher eine begonnene oder abgeschlossene Musicalausbildung, sagte Lorenz: "Wir suchen niemanden, der bisher nur unter der Dusche gesungen hat." Die Kandidaten werden daher erwartungsgemäß zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Wer die Show präsentieren wird, ist laut Lorenz noch unklar. Auch ob man auf einen Moderator oder ein Duo à la "Dancing Stars" setzt, sei noch nicht entschieden.

Auch neue Quiz-Show kommt
Ab 28. September zeigt der ORF das Quizformat "Dreizehn". Innerhalb von vier Folgen versuchen zwei Prominente mit Hilfe mehrerer Jugendlicher den Lehrstoff 13-jähriger Schüler zu beantworten. Beide Formate stehen Freitags um 21.15 Uhr auf dem Programm. Beim Generationen-Quiz ist die Moderatoren-Entscheidung auf Christian Clerici gefallen.

"Dancing Stars" geht weiter
Im kommenden Jahr steht wie geplant wieder "Dancing Stars" auf dem Programm, wobei der Programmdirektor auf Bewährtes setzt. "Es gab Überlegungen, das Format zu verändern - aber, warum sollten wir das tun?"

Starmania auf Klassisch
Für Herbst 2008 bastelt der Sender an einer Art "Klassik-Starmania", die in Koproduktion mit einem deutschen Sender - voraussichtlich dem ZDF - entstehen soll. Hier sollen Gesangs-, Klavier- oder Geigenvirtuosen gesucht und gefunden werden.

Lorenz optimistisch
Nicht zuletzt dank der neuen Event-Shows ist Lorenz davon überzeugt, dass sich die in den vergangenen Monaten historisch tiefen ORF-Quoten im September wieder nach oben bewegen werden. Den Hauptgrund für den Quotenverlust schreibt der Programmdirektor der Digitalisierung und dem "Wackelkontakt bei der Sendertreue" zu, die den ORF zwischen drei und fünf Prozent der Marktanteile kosten würden. Die Programmreform nimmt er jedenfalls in Schutz: "Das neue Programm ist vielfältiger und besser als früher. Es ist eine Fehlannahme, zu glauben, der alte ORF hätte heute bessere Quoten als der Neue."

"lebens.art"
Auf Quotendiskussionen bei den Kultursendungen will sich Lorenz nicht mehr einlassen. Das Kulturmagazin "lebens.art" entwickle sich "wunderbar" - den einen oder anderen Quotenausreißer "wird es immer geben". Von einer "Reparaturwerkstatt" könne aber keine Rede sein. Kommenden Montag zeigt der ORF aus Anlass der Sänger-Absagen in Salzburg ein "lebens.art"-Spezial zur Ehrenrettung von Anna Netrebko und Rolando Villazon. Im Landesstudio Salzburg diskutieren unter anderen Festspielintendant Jürgen Flimm, Staatsoperndirektor Ioan Holender und Kammersängerin Christa Ludwig über den modernen Opernbetrieb samt Verletzungen und Stimmproblemen. Im Anschluss wiederholt der ORF Giuseppe Verdis Oper "La Traviata", mit der Netrebko und Villazon bei den Salzburger Festspielen 2005 triumphale Erfolge feierten.

"Mitten im Achten": Finanzproblem
Neben Kultur und Event-Shows ist Lorenz' Abteilung derzeit auch mit der Entwicklung von Nachfolgern für die gefloppte Sitcom "Mitten im Achten" beschäftigt. Ob tatsächlich ein neues Format auf die Bildschirme kommt, konnte Lorenz noch nicht sagen. Das müsse im Rahmen des Budgetplans diskutiert werden. "Wir müssen überlegen, ob man sich ein Abenteuer wie 'MiA' noch einmal leisten kann. Die Mittel sind sehr bescheiden. Wir haben kein Kreativitäts- sondern ein Finanzproblem."




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