10. Oktober 2007 15:51

ORF-ÖVP-Konflikt 

ÖVP ortet neuen Eklat im ORF

Nächste Runde in der Auseinandersetzung ÖVP versus ORF. Die Schwarzen orten wegen der stückweisen Übertragung einer Schüssel-Rede einen Eklat.

ÖVP ortet neuen Eklat im ORF
© AP

Die Differenzen zwischen der ÖVP und dem ORF wollen im Vorfeld der morgigen Stiftungsratssitzung des öffentlich-rechtlichen Senders nicht enden. Diesmal geht es um die Live-Ausstrahlung der Sondersitzung des Nationalrats zum Thema Asyl, bei der mehrere Minuten der Rede von ÖVP-Klubobmann Wolfgang Schüssel nicht übertragen wurden. Die Volkspartei ortet darin "einen weiteren, vorläufigen und empörenden Höhepunkt" der "zensierenden Berichterstattung des ORF über Positionen der ÖVP".

Der Sender habe laut Morak mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) vereinbart, die Sondersitzung abgesehen von einer 15-minütigen Pause für die "Mittags-ZiB" durchgehend live zu senden. Der ORF sei dann aber nicht zur vereinbarten Zeit wieder eingestiegen, wodurch das Publikum um den Anfang der Schüssel-Rede geprellt wurde. "Diese Vorgangsweise kann nicht hingenommen werden - auch im Sinne des Informationsgebotes des ORF. Der ORF sägt methodisch am öffentlich rechtlichen Ast, auf dem er eigentlich sitzen sollte", fasste Morak seine Sicht der Dinge in einer Aussendung zusammen.

Ungenach statt Parlament
Der ORF erklärte die Verzögerung mit einer Live-Schaltung zur Pressekonferenz des Pfarrers von Ungenach, Dechant Josef Friedl. Der Geistliche hatte die zwei Wochen lang verschwundene und von der Abschiebung bedrohte 15-jährige Kosovarin Arigona Zogaj beherbergt und sich Dienstagmittag zur Causa zu Wort gemeldet. "Diese Pressekonferenz hat länger gedauert als erwartet", sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl der APA. "Aus journalistischen Gründen war es unmöglich aus dieser Live-Pressekonferenz zum Fall Arigona auszusteigen, der schließlich nicht nur die Republik sondern auch das Parlament bewegt."

In den vergangenen Tagen hatten sich ÖVP und ORF bereits ein öffentliches Wortduell geliefert, Grund dafür war die "Einladungspolitik" zur Talk-Sendung "Im Zentrum". Auch dort ging es um den Fall Arigona und das Thema Asyl. (APA)




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