15. Februar 2009 12:03

Strukturkonzept 

ÖVP will ORF-Sanierung zur Not selbst planen

Der schwarze Klubchef Kopf will noch das Strukturkonzept des Senders abwarten - Wenn es nichts taugt, will er einschreiten.

ÖVP will ORF-Sanierung zur Not selbst planen
© APA

ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf ist ob der ORF-Turbulenzen "besorgt" und überlegt, selbst Hand anzulegen. Er überlegt Änderungen der Führungsstruktur und stellt der Geschäftsführung die Rute ins Fenster: Sollte sie das vom Stiftungsrat verlangte Strategiepapier im April nicht vorlegen, "müssen wir ein solches selber erstellen". Unter Umständen werde man sich dann auch über Personelles Gedanken machen.

Auch Faymann erwägt Chefwechsel
SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann schloss in ÖSTERREICH einen Personenwechsel an der ORF-Spitze "ganz sicher nicht" aus. "Der ORF muss bis 2. April ein unumstrittenes Zukunftskonzept haben - wenn nicht, kommt es zu Veränderungen", so der Kanzler.

Öffentlich-rechtlicher Auftrag
Die Politik müsse sich mit dem ORF angesichts "alarmierender Zahlen" und des Verhältnisses zwischen Geschäftsführung und Stiftungsrat "notgedrungen" beschäftigen, findet Kopf. Es gebe eine "völlig überzogene Struktur" bei der personellen Ausstattung. Man müsse sich Gedanken über den öffentlich-rechtlichen Auftrag machen, möglicherweise sei man da nicht ganz europakonform, sagte Kopf in Hinblick auf die aktuelle EU-Prüfung.

Ostermeyer will Konzept abwarten
Zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags sei eine nachhaltig gesunde Wirtschaftssituation notwendig, betonte SPÖ-Medienstaatssekretär Josef Ostermayer. Daher sei für ihn das Strategiekonzept "von entscheidender Bedeutung". Ob die Politik, wie von Kopf in den Raum gestellt, das Konzept notfalls selbst schreiben könne, wollte Ostermayer vorerst nicht bewerten.

Sollte der Stiftungsrat den Vorschlägen Wrabetz' zustimmen, dann "wurden sie als ausreichend angenommen, dann hat die Geschäftsführung erfüllt, womit sie beauftragt wurde".

Cap will sich raushalten
So sieht es auch SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Ausschließlich der Stiftungsrat habe das Strategiepapier "zu diskutieren und allfällig zur Kenntnis zu nehmen. Da soll sich die Politik raushalten, das ist Sache der ORF-Geschäftsführung und des Stiftungsrates", so Cap. Er sei der "berechtigten Annahme", dass der ORF "unabhängig und objektiv ist und von sich aus die nötigen Schritte setzt".

Im ORF wird derzeit auf Hochtouren an dem Zukunftskonzept gearbeitet. Zwölf Arbeitsgruppen sollen Strategiepläne für die nötigen Strukturveränderungen, unter anderem auf Basis der Rechnungshofempfehlungen, erstellen. Am Dienstag treffen die Gruppen erstmals zusammen, um Zwischenergebnisse auszutauschen. Am Montag, den 23. Februar, werden die ersten Details dem Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrates präsentiert.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |