06. Mai 2008 16:31

Jugend-Studie 

Ohne Internet läuft gar nichts

Die Werbeagentur Draftfcb Kobza und die Dr. Karmasin Motivforschung untersuchten, Einstellung und Konsum von Jugendlichen.

Ohne Internet läuft gar nichts
© Draftfcb Kobza

"Das Internet ist die verlängerte Nebelschnur der Tomorrow´s Clients", formulieren die Studienautoren Alice Nilsson und Sophie Karmasin. Laut der neuesten Trend-Studie "Tomorrows Clients" der Werbeagentur Draftfcb Kobza informiert sich die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen über das aktuelle Geschehen per Internet, es ist ständiger Begleiter und Ratgeber.

Nicht weniger als 86 Prozent der befragten geben an, sie sitzen mindestens einmal täglich vor dem Internet, beim Fernsehgerät sind es 71 Prozent. Hingegen nutzen nur 38 Prozent dieser Gruppe täglich eine Tageszeitung. "Die Nutzung des Internets ist breit und wird von Tomorrow´s Clients voll ausgeschöpft – von der Informationssuche für Ausbildung, Beruf und Privates über die Kommunikation mit Freunden bis hin zu Shopping, Onlinebanking und Unterhaltung. 40 Prozent nutzen das Internet, um Freunde zu finden und um zu flirten", fassen die Autoren zusammen.

Computer und Kuli

Auch bei den persönlichen "Geräten und Gegenständen" dominiert das Internet. Elektronische Geräte wie Handy (87 Prozent), Computer (82 Prozent) und Internet (74 Prozent), Schreibgeräte (82 Prozent) und ein Spiegel (45 Prozent) sind die Lieblingsaccessoires der "Tomorrow´s Clients".

„Internet kann alles entscheidend sein,“ meint Motivforscherin Karmasin, „weil (Kauf-) Vorentscheidungen im Internet getroffen werden“. Das Internet ist ein ständiger Begleiter und Ratgeber – 91 Prozent der Befragten nutzen das Internet, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden."

Hohe Ideale

Die Autorinnen untersuchten auch Einstellungen und kommen zu den Schluss, dass die "Tomorrow´s Clients" zwar hohe idealistische Wertevorstellungen haben, diese jedoch nicht persönlich leben. Diese Gruppe will "wahnsinnig unter einen Hut bringen, schafft das aber nicht, was zu einer gewissen Unzufriedenheit führt", meint Alice Nilsson von Draftfcb Kobza. „Die latente Unzufriedenheit liegt vor allem in der Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und viel weniger im Bereich Leistung und Erfolg“, ergänzt Sophie Karmasin.

„Tomorrow´s Clients haben ein breites Feld an unerfüllten Sehnsüchten, es öffnet sich daher ein großes Potenzial für Marketing und Werbung“, so die beiden Studienautoren. Doch einfach hat es die Werbewirtschaft bei den heutigen Jugendlichen dabei nicht. „Tomorrow´s Clients sind mehr als Shopping Victims, sie analysieren Produkte und Marken sehr genau, bevor sie zugrei-fen. Marken müssen heute einen Mehrwert liefern, fehlt dieser, greift diese Zielgruppe eher zum billigeren Produkt“, weiß Alice Nilsson.

Mehr Philosophen als Revoluzzer

„Die Werteorientierung der Tomorrow´s Clients ist überraschend ethisch, menschlich und emotional – aktiv dafür engagieren will man sich aber weniger,“ zeigt sich Alice Nilsson über-rascht. Während nur ein relativ geringer Anteil der Befragten traditionelle Werte der Leistungsgesellschaft wie Erfolg (41 Prozent) und Leistung (37 Prozent) für wichtig hält, stehen ethische Werte wie Liebe (81 Prozent), Ehrlichkeit (71 Prozent), Freiheit (65 Prozent), und Menschlichkeit (60 Prozent) an oberster Stelle der Werteskala. Nur zwanziog Prozent der Befragten sind allerdings bereit, sich auch aktiv für die Erreichung von politischen und sozialen Zielen zu engagieren.

Die 4 Typologien der "Tomorrow´s Clients"

  • Die Nachdenklichen (32 Prozent): Sie denken viel über ihre Zukunft nach. Sie möchten das Leben genießen, sind dabei aber umweltbewusst – eine intakte Umwelt ist ihnen wichtig. Sie können als rücksichtsvoll, menschlich und umweltbewusst charakterisiert werden.
  • Die Leistungsorientierten (31 Prozent): Für diese Gruppe ist vor allem Leistung und Erfolg wichtig. Sie möchten im Leben etwas erreichen, Karriere machen, dafür sind sie auch bereit etwas zu leisten.
  • Die Träumer (25 Prozent): Diese Gruppe ist noch auf der Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft. Die Träumer müssen sich erst orientieren, sie haben Spaß daran verschiedene Dinge auszuprobieren. Geld und Marken spielen für sie nur eine untergeordnete Rolle.
  • Die Lustgesteuerten (12 Prozent): Sie streben nach Lust, Konsum und Luxus. Für diese Gruppe der Jugendlichen ist es vor allem wichtig, dass das Leben abwechslungsreich, unterhaltsam und spannend ist. Sie gehen gerne shoppen, Marken und Luxus sind für sie von großer Bedeutung. Selbstinszenierung und Konsum stehen bei ihnen im Vordergrund.



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