01. Oktober 2008 14:22

Betriebsrat 

Personal nicht schuld an ORF-Finanzloch

Der Betriebsrat des ORF spricht sich für rasche "einnahmenseitige Strategien" aus, um die Finanzkrise zu meistern, Personalkosten nicht Grund für Minus.

Personal nicht schuld an ORF-Finanzloch
© ORF

Wenig Verständnis zeigt der ORF-Zentralbetriebsrat für die öffentlich geführte Diskussion über die finanzielle Lage des ORF. Das geplante negative Ergebnis des öffentlich-rechtlichen Senders wird sich 2008 wegen geringerer Finanzerträge und Einbrüchen bei den Werbeeinnahmen voraussichtlich um 32,6 Mio. Euro auf minus 60,5 Mio. Euro verschlechtern. Die ORF-Geschäftsführung informierte den ORF-Stiftungsrat über diese Entwicklung, verschiedene Mitglieder des obersten ORF-Gremiums zeigten sich deshalb besorgt.

Ernste Angelegenheit
Auch die ORF-Belegschaftsvertreter nehmen die Angelegenheit "sehr ernst" und wollen sich nächste Woche in den zuständigen Gremien, im Finanzausschuss und im Plenum des Stiftungsrates, dazu äußern. "Selbstverständlich sind die Zahlen alles andere als erfreulich", sagte Gerhard Moser, Vorsitzender des ORF-Zentralbetriebsrats, der APA. "Es sind jetzt einnahmenseitige Strategien nicht nur zu entwickeln, sondern auch rasch umzusetzen. Etwa die Refundierung der Gebührenbefreiungen, aber auch die Frage der Länderabgaben im Rahmen der Rundfunkgebühren ist zu thematisieren. Weiters sind gegensteuernde Maßnahmen im Werbebereich, insbesondere im Fernsehen zu setzen."

Harte Verhandlungen
Zur Frage einer "Strukturreform" für das Unternehmen hielt der Zentralbetriebsratsobmann fest: "Die Betriebsräte haben schon mehrfach - zuletzt bei einer Klausur vergangene Woche - den Abbau sich überlagernder Management- und Führungsstrukturen gefordert. Dabei bleiben wir, und wir erwarten uns konkrete Vorschläge seitens der Geschäftsführung". Für eine "nicht gerade seriöse Fehleinschätzung" hält Moser die direkte Verbindung von jetzigem Minus und den ORF-Personalkosten. "Wer Bilanzen lesen kann und will, wird sehen, dass es nicht die Personalkosten sind, die die vorliegenden Negativzahlen produziert haben".

Forderungen nach einem "Personalabbau" oder einer "Nulllohnrunde" wollte Moser nicht weiter kommentieren. "Es gibt halt Stiftungsräte und Stiftungsrätinnen, die der ORF-Belegschaft und ihrer Vertretung nicht freundlich gesinnt sind. Aber wir haben schon viele Kuratoren und Räte kommen und gehen gesehen".




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