28. April 2008 12:13

Inzest-Fall 

Pressestimmen zum Fall Elisabeth F.

"Kampusch zum Quadrat" - internationale Pressestimmen zum Inzestfall in Amstetten.

Pressestimmen zum Fall Elisabeth F.

Der Kriminalfall rund um das jahrelange Martyrium der heute 42-jährigen Elisabeth F. und einiger ihrer Kinder erschütterte Medien in der ganzen Welt. Die flämische Tageszeitung "Het Nieuwsblad" berichtete am Montag auf einer Doppelseite über den Fall Elisabeth F. "Natscha Kampusch zum Quadrat" und "Österreich unter Schock nach Entdeckung von besonders schwerem Inzestfall" lauteten die Schlagzeilen.

Parallelen zum Fall Kampusch wurden auch Deutschland wach: "Die Affäre übertrifft in manchen Aspekten noch den Fall der Natascha Kampusch", urteilte die deutsche "taz". "Wie konnte das Verlies unentdeckt bleiben? Sogar die Frau von Josef F. soll nichts gewusst haben", schrieb die Bild-Zeitung über das "Haus des Grauens" in Amstetten.

Stimme aus dem Kloster
Zu Wort kommt in den flämischen Zeitungsberichten des "Het Nieuwsblad" unter anderem Raf De Vlaminck, ein flämischer Priester, der seit 40 Jahren im Augustiner-Kloster Dürnstein nahe Amstetten lebt. "Denkt bitte nicht, dass in allen österreichischen Kellern Menschen eingeschlossen sitzen", sagt er gegenüber der Zeitung. "Wie jeder andere bin ich total überrascht. So etwas kann genauso gut in Belgien vorkommen. Diese Geschichte ist sicher nicht typisch für Österreich."

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Doch in Hinblick auf die Parallelen zum Fall Kampusch fragte die Zeitung: "Zwei solche Geschichten in nur zwei Jahren in einem Land, kann das noch Zufall sein? Ist die soziale Kontrolle in dem etwas desolaten Bergland vielleicht geringer, und können Menschen dadurch leichter verschwinden?"

Schrecklicher als Horrorfilm
Vor allem Entsetzen ist in den Berichten rund um den Globus spürbar: "Ein Horrorfilm kann nicht schrecklicher sein", meint die Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten". "Wie konnte der Vater, Josef F. all die Jahre sein Geheimnis verbergen?", heißt es in der "Fankfurter Rundschau".

Grauenhaftes Ausmaß
Auch die Financial Times Deutschland widmete dem "Verdacht von grauenhaftem Ausmaß" einen Bericht. "Des kann ja net wahr sein", titelt die Mitteldeutsche Zeitung.

Die Inzest-Tragödie rund um das zwei Jahrzehnte dauernde Martyrium von Elisabeth F. war am Montag in ganz Nordeuropa für die Boulevardpresse ein Toppthema und nahm entsprechend breiten Raum ein. Viele Medien schrieben den Familiennamen des mutmaßlichen Täters und seiner Opfer aus. Hinzu kamen reißerische Schlagzeilen: "Österreich: Monstervater hielt Tochter 24 Jahre lang gefangen und missbrauchte sie", so die Überschrift in der Zeitung "Ilta-Sanomat" in Finnland.

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Mit der Reue des Täters begann der Bericht im norwegischen "Dagbladet": "Es tut ihm leid, was passiert ist: Josef F.(ausgeschrieben Anm.) (73) soll seine Tochter und ihre Kinder im Keller gefangen gehalten haben." Die geschockten Nachbarn standen im Mittelpunkt eines Artikels im "Ekstra Bladet" (Dänemark): "Der 73-jährige Josef F. (ausgeschrieben) hielt seine Tochter und ihre Kinder 24 Jahre lang gefangen. Er grüßte höflich, war aber sonst reserviert, erzählen die Nachbarn im österreichischen Amstetten."

Zum Tatort angereist
Extra zum Tatort in Niederösterreich angereist war aus Großbritannien ein Reporter-Team von SkyNews. "Tochter für 24 Jahre im Keller gefangen" und "Geschichte von Inzest und Gefangenschaft schockt Nation" lauteten die Schlagzeilen.




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