25. Juni 2008 10:51

Werbeumsatz 

Privat-TV erstmals mit ORF gleichauf

Jänner bis Mai brachten 6,9 Prozent Werbeplus - Politik investierte am meisten, düstere Prognose für zweite Jahreshälfte.

Privat-TV erstmals mit ORF gleichauf
© Focus Media Research

Die ersten fünf Monate im Jahr 2008 haben der heimischen Werbewirtschaft einen ziemlichen Höhenflug beschert. Mit einem Plus von 30 Prozent profitierten die privaten Fernsehsender von der guten Konjunktur am meisten, bilanzierte Klaus Fessel, Chef von Focus Media Research. Sie konnten in den ersten fünf Monaten erstmals gleichviel Werbegelder lukrieren wie der ORF, so Fessel. Düster sieht es hingegen bei den Zeitungsbeilagen aus - die verloren mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Print ist der Gewinner
In den ersten fünf Monaten konnte die Werbebranche die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent steigern. Der Printbereich lag mit plus 10 Prozent voll im positiven Trend. Magazine (plus 16 Prozent) und Tageszeitungen (plus 14 Prozent) konnten sogar überproportional zulegen.

Politik wirbt kräftig
Das meiste Werbegeld kam in den ersten fünf Monaten aus der Politik. Die Bundesregierung und die Ministerien steigerten ihre Werbeausgaben für Printwerbung von Jänner bis Mai von knapp 1 Mio. Euro im Vorjahr auf 7,4 Mio. Euro.

Josef Leitner, Geschäftsführer des für das "Werbebarometer" zuständigen Institutes Focus Media Research, wertet das als "Zeichen für eine starke inhaltliche Aktivität der Regierung". Bei einer Pressekonferenz betonte er am Dienstag außerdem, dass ÖVP und SPÖ in etwa gleich viel Geld in Werbung investiert haben.

Tiroler Wahlkampf unter der Lupe
Besonders hat das Focus-Institut den Tiroler Wahlkampf unter die Lupe genommen. Hier investierte die ÖVP mit 62 Prozent des Gesamtwerbewertes (630.000 Euro) am meisten. SPÖ folgte mit 27,8 Prozent und die Liste Fritz Dinkhauser investierte 3,8 Prozent des Kuchens. Am Stimmverlust der beiden Großparteien konnte das allerdings nichts ändern.

Mit einem Plus von 4,2 Mio. Euro hat auch der Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien besonders viel Geld in Werbung gesteckt. Er liegt auf Platz zwei der Top-10-Werbeinvestoren. Auf dem ersten Platz rangieren die VWD-Vereinigte Wirtschaftsdienste und den dritten Platz belegen die Österreichischen Lotterien.

Trübe Aussichten
Während das erste Halbjahr 2008 durchaus positiv bilanziert, erwarten die Experten für den Rest des Jahres einen deutlichen Konjunktureinbruch. Das prognostizierte Werbewachstum liegt bei nur 1,7 Prozent. "Es ist mehr als drei Jahre her, seit die Werbeerwartung zum letzten Mal so ernüchternd war", so Fessel.




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