15. Jänner 2008 13:49

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RTL II schielt nach Österreich

RTL II sucht österreichische Kooperationspartner für neue Programme, voyeuristische Quizshow "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit".

RTL II schielt nach Österreich
© RTL II

Der deutsche Privatsender RTL II will angesichts der auch in Europa drohenden Krise durch den US-Autorenstreik selbst aktiv werden und sucht nach österreichischen Kooperationspartnern für neue Programme. "Wir führen derzeit Gespräche mit Produzenten", sagte RTL II-Programmdirektor Axel Kühn am Montagabend vor Journalisten in Wien. Vorstellbar ist eine "gut gemachte Serie im fiktionalen Bereich" für eine "eher männliche Zielgruppe".

Neue Lügendetektorshow
Darüber hinaus tritt RTL II dem Autorenstreik mit eigenproduzierten Shows entgegen und wird dabei einmal mehr seinem Ruf gerecht: Der mit der voyeuristischen Sozialdoku "Big Brother" bekanntgewordene Sender startet am Montag, 28. Jänner, die Show "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit". Das Konzept, das sich an das englischsprachige Vorbild "Nothing but the truth" anlehnt: Kandidaten werden an einen Lügendetektor angeschlossen und müssen peinliche Fragen wahrheitsgemäß beantworten.

Frage des Gewichts
"Würden Sie Ihre Freundin verlassen, wenn sie 20 Kilo zunehmen würde", ist noch eine der harmloseren Fragen. Je höher die Gewinnstufe - es geht bis 25.000 Euro - desto intimer und diffiziler werden die Themen. Etwa an der Frage "Interessieren Sie die hungernden Kinder in Afrika wirklich" seien bei den Aufzeichnungen so gut wie alle Kandidaten gescheitert, berichtete Kühn. Wer lügt, scheidet aus - ohne Gewinn. Es steht den Kandidaten aber frei, eine Frage nicht zu beantworten und mit dem bisher erspielten Geld nach Hause zu gehen. Die Show steht jeweils Montags um 22.15 Uhr auf dem Programm.

Neue Serien
Daneben hat RTL II auch neue Serien im Programm 2008, darunter "Californication", "Sleeper Cell" und "Dexter". "Mit unseren Serien können wir in diesem Jahr in jedem Fall Duftmarken setzen", glaubt Kühn. Davon, dass das Programm auch die österreichischen Zuseher sowie die Werbewirtschaft überzeugt, geht Gerhard Riedler, Chef der RTL-Vermarktungstochter IPA-plus Österreich, aus. Er prophezeite, dass die Privatsender im heimischen Fernsehmarkt im Jahr 2008 50 Prozent der Werbegelder lukrieren werden - 50 Prozent werde demnach an den ORF gehen. Im Vorjahr war die Aufteilung 41 zu 59 Prozent.

Einen Seitenhieb gegen den ORF konnten sich die deutschen Privat-TV-Macher dabei nicht ersparen: "Die Schwäche des ORF kommt uns bei der Aufholjagd entgegen. Ich hoffe, die machen noch ein paar mehr Programmreformen", witzelte RTL II-Geschäftsführer Jochen Starke.




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