09. Juli 2008 17:26

Neuwahl 

RTR-Chef Grinschgl: Medienversprechen umsetzen

RTR-Chef Grinschgl fordert Umsetzung der Medienförderung, eine unabhängige Medienbehörde und zusätzliche Mittel für Fernsehfonds.

RTR-Chef Grinschgl: Medienversprechen umsetzen
© RTR

Nach dem Ende der Regierungskoalition sorgt sich Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk Regulierungsbehörde (RTR), um eventuelle Rückschläge für die Medienbranche. Vor allem geht es ihm um die von Ex-Medienministerin Doris Bures (S) in Aussicht gestellte Medienförderung für private Fernseh- und Radioprogramme. "Diese Förderung muss kommen", appellierte er bei einer Pressekonferenz am Mittwoch an die künftige Regierung.

Auch die Verhandlungen über eine unabhängige Medienbehörde dürften nicht auf die lange Bank geschoben werden, ebenso wie die von Bures zugesagten zusätzlichen Mittel für die heimische Filmwirtschaft. Die ehemalige Medienministerin hatte angekündigt, ab 2009 die Gelder aus dem Digitalisierungsfonds schrittweise in den Fernsehfonds umzuschichten. Die laut Grinschgl längst überfällige Förderung für Privatsender in Höhe von 20 Millionen Euro hatte sich Bures für November aufs Programm gesetzt. Die neue Regierung müsse diese Punkte jedenfalls aufgreifen, findet Grinschgl.

Medien in guter Verfassung
Zumindest angesichts der kontinuierlich steigenden Werbeausgaben sind die heimischen Medien derzeit gut aufgestellt. Seit 2004 verzeichne die Branche "relativ kräftige Wachstumsraten", bilanzierte der RTR-Chef anlässlich der Veröffentlichung des Kommunikationsberichts 2007. Das größte Wachstum konnte im Vorjahr wieder einmal die Onlinewerbung verbuchen, der Hauptteil der Werbegelder fließt mit über 60 Prozent nach wie vor in den Printsektor.

Zuwächse gab es im Jahr 2007 auch für das Fernsehen, wobei die Privatsender deutlich mehr zulegen konnten, als der ORF. Grinschgl betonte, dass sich der Abstand zwischen ORF-Fernsehen und Privat-TV in punkto Werbeeinnahmen immer mehr verringert, was "im Sinne des dualen Rundfunks zu begrüßen ist". Der Behördenchef sprach sich einmal mehr gegen eine Erhöhung der Werbezeiten im ORF-Fernsehen aus und betonte: "Lieber eine weitere Gebührenerhöhung als eine Ausdehnung der Werbezeiten."

Das bei den jungen Leuten beliebteste Medium ist nach dem Radio das Internet. Die Nutzung des Internets steige bei den 14- bis 29-Jährigen kontinuierlich an, während Fernsehen, Zeitungen und Radio in dieser Zielgruppe an Reichweite verlieren, heißt es in dem Kommunikationsbericht.




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