27. November 2008 16:01

Heuschrecke Wrabetz 

Reaktionen auf die ORF-Kündigungen

Die Reaktionen zum im ORF geplanten Mitarbeiterabbau von 1.000 Angestellten bis 2012 sind da.

Reaktionen auf die ORF-Kündigungen
© APA: BARBARA GINDL

Als Ungeheuerlichkeit der Sonderklasse bezeichnet FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky den geplanten Personalabbau beim ORF. "Während sich Infodirektor Elmar Oberhauser und Programmdirektor Wolfgang Lorenz fette Abfertigungen auszahlen lassen, will Generaldirektor Wrabetz sage und schreibe 1.000 ORF-Mitarbeiter auf die Straße werfen. Das ist die endgültige Bankrotterklärung eines herabgewirtschafteten öffentlich-rechtlichen Rundfunks."

FPÖ: Kompletter Neustart gefordert
Im ORF müsse es jetzt einen kompletten Neustart geben, verlangte Vilimsky. Die jetzige Führungstruppe bewege sich schon lange am Rande der Untragbarkeit. Die "Ära" Wrabetz werde vor allem durch Schuldenwirtschaft, unsoziale Personalpolitik und mediale Rohrkrepierer wie "Mitten im Achten" in Erinnerung bleiben. Das alles sei wahrhaft kein Ruhmesblatt.

BZÖ: "Nicht akzeptabler Kahlschlag"
BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz spricht sich massiv gegen die Pläne eines Kahlschlags beim ORF aus. "Weder dürfen die kleinen Mitarbeiter für die Fehler der Führungsetage büßen, noch können Sparmaßnahmen so weit gehen die Bundesländerstrukturen des ORF abzuschaffen", so Strutz. Strutz fordert die ORF-Führung auf zuerst bei sich zu sparen und nicht bei Redakteuren, Kameraleuten, Technikern etc. "Hier tausend Angestellte kündigen zu wollen, ist ein Kahlschlag, der so nicht akzeptabel ist. Besonders zu kritisieren ist hier, dass der ORF als Unternehmen der öffentlichen Hand Angestellte kündigt, um sie dann als freie Mitarbeiter zu geringeren Gehältern wieder einzustellen. Die ORF-Heuschrecke Wrabetz kann, wenn sie diese Pläne eins zu eins durchzieht, ihre Widerwahl gleich vergessen", so Strutz.

ÖVP: Prüfung durch Stiftungsrat
Aus dem ÖVP-Parlamentsklub hieß es am Donnerstagabend zu den angekündigten Sparmaßnahmen beim ORF, es sei gut, dass endlich ein Vorschlag auf dem Tisch liege. Diesen gelte es jetzt durch den Stiftungsrat weiter zu analysieren und zu prüfen. Geschäftsführung und Stiftungsrat müssten dann gemeinsam eine Lösung finden, hieß es aus dem ÖVP-Klub.

SPÖ: Geld von Gebührenbefreiungen refundieren
Cap erklärte, das sei Sache des Unternehmens und nicht der Politik. Die Geschäftsführung des ORF müsse mit der Belegschaft, dem Betriebsrat und dem Stiftungsrat über die notwendigen Maßnahmen diskutieren und dann eine Entscheidung treffen. Die Politik sollte sich dabei heraushalten, sagte der SPÖ-Klubobmann. Gleichzeitig sprach er sich aber dafür aus, dem ORF die rund 55 Millionen Euro zu refundieren, die dem Unternehmen durch die Gebührenbefreiungen entgehen. Das sei Geld, dass dem ORF per Gesetz entzogen worden sei, und die SPÖ sei bereit, das zu refundieren.

Grüne: "Schönrederei der Geschäftsführung"
Der ORF-Sprecher der Grünen, Dieter Brosz, machte die "Schönrederei der Geschäftsführung" und die "Ignoranz der Regierung" für die wirtschaftliche Misere des ORF verantwortlich. Das zentrale Ziel der Grünen sei es, die Zerschlagung des ORF zu verhindern und die Unabhängigkeit zu sichern. "Einen Verkauf oder ein Teilverkauf von ORF 1 und Ö 3 an den Raiffeisen-Konzern, der im Hintergrund offenbar von der ÖVP betrieben wird, werden wir mit allen Mitteln bekämpfen", kündigte Brosz an. Ebenso wie Cap sprach auch er sich dafür aus, dem ORF die Kosten für die Gebührenbefreiungen zu ersetzen.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |