04. Februar 2009 16:06

Fernseh-Konflikt 

Schlagabtausch zwischen FPÖ-Vilimsky und ORF

Schlagabtausch zwischen FPÖ-Vilimsky und ORF, nach einem "Report"-Beitrag ortet die FPÖ Zensur - Freiheitliche Gäste sagten bei "Club 2" ab.

Schlagabtausch zwischen FPÖ-Vilimsky und ORF
© APA

Einen Schlagabtausch zwischen FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky und dem ORF hat die Sendung "Report" von Dienstag ausgelöst. Die FPÖ sprach am Mittwoch in einer Aussendung von "Totalzensur", weil Vilimsky nicht in einem Beitrag über islamische Religionslehrer vorkam, obwohl er zu diesem Thema interviewt worden war. Der ORF wies die Vorwürfe zunächst mit der Begründung zurück, das Interview sei vor der Präsentation des Maßnahmenpakets von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) aufgenommen worden und deshalb journalistisch nicht mehr relevant gewesen. Diese Aussage musste der ORF kurze Zeit später aber zurücknehmen.

Vilimsky-Beitrag gekappt
In der FPÖ herrschte "Unverständnis und Verwunderung" darüber, dass aus einem 20-minütigen Interview mit Vilimsky "keine einzige Sekunde" gesendet wurde. Der ORF meinte daraufhin, Vilimskys Fehlen in dem Beitrag hätte "einzig und allein journalistische Gründe" gehabt, da das Interview nicht mehr auf dem letzten Stand gewesen sei.

ORF: Keine Zensur
Vilimsky stellte allerdings klar, dass das Interview am Montag knapp zweieinhalb Stunden nach der Präsentation von Schmieds Maßnahmenpaket stattgefunden und sich "zum Gutteil sogar auf das Maßnahmenpaket bezogen" habe. "Nach nochmaliger Überprüfung der Redaktionsabläufe" zog der ORF seine Behauptung schließlich "mit Bedauern" zurück. Von Zensur will der ORF aber weiterhin nichts wissen, die "Fehlinformation" ändere nichts an der "journalistischen Bewertung" des Interviews.

Auch in einer anderen Causa geriet der ORF seitens der Freiheitlichen unter Beschuss: Im "Club 2" soll Mittwochabend erörtert werden, wie "rechts" Österreich ist, doch die Vertreter von FPÖ und Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) sagten ab und attestierten dem ORF die Absicht, die Debatte über den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf "künstlich wieder aufleben zu lassen". Auch Andreas Khol (V) zog seine Teilnahme zurück, weil er mit einer "emotionalen Diskussion" über Graf rechnete.

ORF weist Vorwürfe zurück
ORF-TV-Chefredakteur Karl Amon hat die Vorwürfe der FPÖ, wonach es sich bei der heutigen "CLUB 2"-Diskussion zum Thema "Wie rechts ist Österreich?" um eine "ORF-Inszenierung zur Beschmutzung des Amtes des Dritten Nationalratspräsidenten" handle, zurückgewiesen. Der "CLUB 2" diene weder dazu, parteipolitisches Kleingeld zu wechseln, noch dazu, Vorverurteilungen Raum zu geben, so Amon in einer Aussendung.

Faktum sei aber, dass die medial ausführlich diskutierten Vorwürfe der vergangenen Wochen gegen den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (F) und zwei seiner Mitarbeiter "ausreichend Anlass bieten, um hinter die Art und Weise des Umgangs mit Vorwürfen und Reaktionen darauf im Hinblick auf Rechtsextremismus in Österreich zu diskutieren. Dies ist das Thema der heutigen Diskussion", hielt der TV-Chefredakteur fest, der die nunmehrigen Absagen des ehemaligen Nationalratspräsidenten Andreas Khol (V) sowie von Walter Asperl und Philipp Schrangl bedauerte. Alle drei seien über den Grundtenor der Diskussion informiert gewesen.




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