28. November 2008 14:18

ORF-Sparkurs 

Stiftungsräte zeigen Verständnis für Sparkonzept

Die ORF-Stiftungsräte zeigen grundsätzlich Verständnis für das Sparkonzept von ORF-Boss Wrabetz, breites Stimmungsspektrum.

Stiftungsräte zeigen Verständnis für Sparkonzept
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Bei den ORF-Stiftungsräten stößt das von Generaldirektor Alexander Wrabetz präsentierte Struktur- und Sparpaket grundsätzlich auf Verständnis. Für Karl Krammer, Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im Stiftungsrat, fehlt allerdings noch der größere visionäre Rahmen. Man müsse die Einzelmaßnahmen in ein Zukunftskonzept einbetten. Es gehe darum, zu definieren, wo der ORF in drei oder fünf Jahren stehen will, findet auch der unabhängige Stiftungsrat Franz Küberl.

Sorge um Zukunft des ORF
Wenn die Strukturmaßnahmen nicht so rasch wie möglich umgesetzt werden und Wrabetz dazu nicht auch die Rückendeckung der Politik bekommt, brauche man sich um die Zukunft des ORF keine Sorgen mehr zu machen, denn "dann gibt's das Unternehmen in fünf Jahren so nicht mehr", meinte die grüne Stiftungsrätin Monika Langthaler. Franz Medwenitsch, Leiter des ÖVP-"Freundeskreises", hält "Reformen und Spargesinnung für richtig". Allerdings seien die Ankündigungen von Wrabetz "kein auf Durchführbarkeit geprüftes Strukturkonzept".

'Change'-Prozess für ORF-Mitarbeiter
Wrabetz' Ankündigung, er forciere einen Wegzug vom Küniglberg und eine Zusammenlegung der verschiedenen Wiener ORF-Standorte, stieß bei Krammer und Langthaler auf Zustimmung. Krammer meinte, die Planung eines solchen Umzuges führe dazu, "dass man eine Vision für das Unternehmen entwickeln muss. Für die Beschäftigten würde das einen 'Change'-Prozess in Gang setzen", glaubt Krammer. Grundsätzlich gelte es, den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, sind sich der rote und die grüne Rätin einig. Langthaler plädierte darüber hinaus auch für die Verkleinerung des Stiftungsrates.

Stiftungsrats-Chef Pekarek noch abwartend
Der Stiftungsratsvorsitzende, Klaus Pekarek, wollte sich am Freitag noch nicht zu den Ankündigungen des ORF-Generals äußern. Er werde sich die Unterlagen "im Detail zu Gemüte führen und im Rahmen des Finanzausschusses am Donnerstag besprechen". Für Küberl war es "klar", dass der ORF nun derart drastische Maßnahmen treffen muss. "Je später Maßnahmen gesetzt werden, desto umfangreicher sind sie. Und die Debatte um Sparmaßnahmen geht schon ein gutes Jahr." Die Maßnahmen im Personal- und Strukturbereich, die jetzt vorgelegt wurden, seien "unbedingt notwendig".

Wrabetz hat Friendship-Ticket verspielt
Medwenitsch wies darauf hin, dass vor allem die Personalmaßnahmen noch ORF-intern verhandelt werden müssen. "Und ich befürchte, dass Wrabetz das Friendship-Ticket der Belegschaftsvertretung gestern verspielt hat", so Medwenitsch mit Blick auf den Eklat zwischen dem Zentralbetriebsrat und der Geschäftsführung am Donnerstag. Einige Stiftungsräte kritisierten auch, dass sie erst rund 24 Stunden nach der ORF-Belegschaft informiert wurden. Die meisten von ihnen hatten am Freitagmittag von der Geschäftsführung noch keine Unterlagen erhalten.




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