09. Juli 2008 12:55

Neuwahl 

TV-Duelle im ORF

Der ORF bringt ab August TV-Duelle der Spitzenkandidaten der fünf Parlamentsparteien, das Match heißt "Jeder gegen Jeden"

TV-Duelle im ORF
© Tageszeitung ÖSTERREICH/Niesner

Die Neuwahlen am 28. September bringen auch das innenpolitische Sommerprogramm des ORF durcheinander. Wegen des knappen Zeitfensters bis zur Nationalratswahl entfallen die ursprünglich geplanten ORF-"Sommergespräche". Statt der Politiker-Interviews wird es ab der zweiten August-Hälfte die vor einer Wahl üblichen TV-Duelle der Spitzenkandidaten geben, war am Mittwoch aus dem ORF zu erfahren. Zum Zug kommen dabei die im Nationalrat vertretenen Parteien. Eine Liste Fritz Dinkhauser oder etwa die Anti-EU-Initiative "Rettet Österreich" werden bei den Wahlkonfrontationen also nicht vertreten sein.

Fahrplan noch offen
Über den genauen Fahrplan der TV-Duelle sowie über die Moderation wird im ORF derzeit noch beraten. Vor zwei Jahren schlüpfte Ingrid Thurnher in die Rolle der Ringrichterin. Die versierte Polit-Talkerin gilt auch heuer wieder als eine der aussichtsreichen Kandidaten. Bei der Wahl im Jahr 2002 moderierte der heutige Informationsdirektor Elmar Oberhauser.

Zehn Duelle
Geplant sind demnach zehn Konfrontationen zwischen SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen und BZÖ, bei denen sich die jeweiligen Spitzenkandidaten verbal duellieren sollen, dazu kommt noch die übliche "Elefantenrunde". Ob diese alle Termine persönlich wahrnehmen, oder sich wie bei vergangenen Wahlkonfrontationen in dem einen oder anderen Duell vertreten lassen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Im vergangenen Wahlkampf vor zwei Jahren wollte der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) nicht jedes Mal selbst in den Ring steigen. Er diskutierte lediglich mit seinem SPÖ-Kontrahenten Alfred Gusenbauer und beehrte die sogenannte Elefantenrunde mit seiner Anwesenheit.

Top-Quoten
Vor allem die gemeinsame Diskussion aller Kandidaten sowie das Duell der rot-schwarzen Spitzenkandidaten bescheren dem ORF üblicherweise gute Einschaltquoten. Den Showdown zwischen Schüssel und Gusenbauer verfolgten 2006 rund 1,15 Millionen Zuschauer, das Duell der Parteispitzen sahen damals 1,264 Millionen Menschen.

Die TV-Konfrontationen sollen unentschlossenen Urnengängern eine Orientierungshilfe bieten. Ob die TV-Duelle tatsächlich wahlentscheidend sind, darüber gehen die Meinungen unter Experten übrigens auseinander. Während die einen der Ansicht sind, dass durch die innenpolitischen Gladiatorenkämpfe im Fernsehen maximal ein Prozent der Wählerstimmen zu bewegen ist, halten andere ohnehin die Nachbereitung des Wahlkampf-Events für viel wesentlicher. Wichtig sei, das Match danach zu gewinnen, so Meinungsforscher und Polit-Beobachter.




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