23. Juli 2008 12:20

TV-Duelle 

Thurnher will Wahlentscheidung erleichtern

Ingrid Thurnher moderiert die TV-Duelle der Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl, sie will aber nicht als "Schieds- oder Ringrichterin" auftreten.

Thurnher will Wahlentscheidung erleichtern
© ORF

Von einem Sommerloch kann bei ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher derzeit keine Rede sein. Zwei Monate vor der Neuwahl bereitet sich Thurnher bereits intensiv auf die TV-Duelle der Spitzenkandidaten vor, die am 22. August auf ORF 2 starten. "Derzeit sehe ich mir alle Duelle von vor zwei Jahren noch einmal an. Das ist interessant, weil manche Themen noch immer auf dem Tisch liegen, und es wird spannend, wie die Politiker hier zwei Jahre später argumentieren", so Thurnher im APA-Interview.

Schieds- oder Ringrichterin will die Moderatorin nicht genannt werden. Sie sieht sich vielmehr in der klassischen Rolle der Diskussionsleiterin. "Meine Aufgabe ist es, Themen anzusprechen, die den Menschen unter den Nägeln brennen und Standpunkte abzufragen, um den Österreichern ihre Wahlentscheidung zu erleichtern." Es geht ihr nicht zuletzt auch um eine "Versachlichung des Wahlkampfes" angesichts der täglichen Vorwahl-Polemik, sagt sie.

Wahlkampf: Kurz, aber heiß
Dass es sich bei den Wahlen um vorgezogene Neuwahlen handelt, kommt Thurnher bei ihrer Aufgabe entgegen: "Wir haben im Vergleich zu regulären Wahlen einen relativ kurzen und brisanten Wahlkampf." Das ermögliche, dass Themen vor dem Start der Duelle noch nicht totdiskutiert werden, meint die ORF-Moderatorin. Über Quotenerwartungen will Thurnher nicht spekulieren. Rundum zufrieden wäre sie, wenn sich nach den TV-Duellen auch politisch Uninteressierte für die Wahl interessieren - "so wie sich die Leute für die EURO interessiert haben, obwohl sie sonst nicht fußballaffin sind".

Rückenwind erhofft sie sich durch den früheren Sendeplatz. Während die TV-Konfrontationen im Jahr 2006 um 22.30 Uhr auf dem Programm standen, finden sie heuer bereits um 21.05 Uhr statt. Gesendet wird aus dem im März neugestalteten Newsroom, aus dem auch die "ZiB" und die "Pressestunde" kommen.

Thurnher, die bereits vor zwei Jahren die TV-Duelle geleitet hat, freut sich heuer besonders auf die "neuen Gesichter", die man in dieser Konstellation noch nicht gesehen hat, sprich: Die Spitzenkandidaten von SPÖ und ÖVP, Werner Faymann und Wilhelm Molterer. Aber auch die übrigen Begegnungen versprechen, nicht zuletzt "durch das völlig offene Rennen zu einem überraschenden Zeitpunkt", interessant zu werden.




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