03. Dezember 2008 15:11

Gratis-Zeitung 

VÖZ protestiert gegen Post-Blatt

Der Verlegerverband VÖZ fürchtet einen Angriff auf den freien Pressemart, sollte die Post ihre geplante Gratis-Zeitung umsetzen

VÖZ protestiert gegen Post-Blatt
© APA

Wie ihr deutsches Pendant hat auch die Österreichische Post darüber nachgedacht, eine bundesweite Gratiszeitung auf den Markt zu bringen. Post-Pressesprecher Michael Homola bestätigte entsprechende Pläne über eine Werbezeitung. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) wertete dieses Vorhaben in einer Aussendung vom Mittwoch als "Angriff auf den freien Pressemarkt und die private Medienwirtschaft".

Missbrauch einer Marktstellung
Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde das "einen eklatanten Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung der Post über den Postmarkt hinaus" bedeuten, finden die Verleger. Dadurch würden "die ohnehin bestehenden unfairen Wettbewerbsbedingungen - wie beispielsweise durch den privilegierten Zugang zu tausenden Hausbrieffachanlagen und die Begünstigung durch die Mehrwertsteuerbefreiung im Kerngeschäft - zusätzlich verschärft".

Verleger-Appell an die neue Regierung
Die heimischen Verleger appellierten daher an die Regierung, die Umsetzung aus ordnungspolitischen Gründen zu verhindern. "Eine aus Monopolgewinnen finanzierte Gratiszeitung der Post würde nicht nur eine inakzeptable Marktverzerrung bedeuten, sondern wäre auch eine Verhöhnung der vom Personalabbau bedrohten Mitarbeiter der Post AG und der Postkunden, denen eine Ausdünnung des Postdienstes zugemutet wird."

Post-Pläne auf Eis
Die Pläne seien auf Eis gelegt und "werden zur Zeit nicht weiterverfolgt", beruhigte Homola im Gespräch mit der APA. Die sogenannte Gratiszeitung sei außerdem lediglich als reine Werbezeitung geplant gewesen, die mit Prospekten bestückt sein sollte. Darin hätte sich "kein einziger redaktioneller Beitrag" befunden, so Homola.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |