20. Februar 2008 15:53

ORF-Betriebsratswahl 

VP-"Freundeskreis" im Stiftungsrat schrumpft

Das Ergebnis der ORF-Betriebsratswahl hat auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung des ORF-Stiftungsrates.

VP-"Freundeskreis" im Stiftungsrat schrumpft
© ORF

Die geschlagene Zentralbetriebsratswahl im ORF, die mit einer Niederlage für den amtierenden Zentralbetriebsratsobmann Heinz Fiedler endete, hat auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung des ORF-Stiftungsrats. Nach APA-Informationen wird die VP-nahe Liste Fiedlers eines der fünf Stiftungsratsmandate des Betriebsrats an die Liste Unabhängige von Radiobetriebsrat Gerhard Moser verlieren. Voraussichtlich werden Moser selbst sowie die "ZiB"-Redakteurin Christiane Jankovics in den Stiftungsrat einziehen. Die SP-nahe Liste von Michael Götzhaber wird ihre beiden Stiftungsratsmandate behalten.

"Aufstand" der Programmmacher
Die konstituierende Sitzung des Zentralbetriebsrats wird für Anfang nächster Woche erwartet. Wer dabei zum neuen Vorsitzenden gewählt wird, ist noch völlig offen. Ob der bürgerliche Christgewerkschafter Fiedler, der als einer der letzten mächtigen "Betriebsratskaiser" des Landes gilt und der zuletzt mit öffentlichen Attacken gegen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und die Fernseh-Information des ORF von sich reden machte, nochmals mit Unterstützung der SPÖ-Betriebsräte an die Spitze der Belegschaftsvertreter gewählt wird, war am Mittwoch Anlass für ORF-interne Spekulationen. Von einem "Dämpfer" für die "Koalition der Besitzstandswahrer" und einem "Aufstand" der Programmmacher gegen die Strukturerhalter in Technik und Administration war die Rede. Die beiden angetretenen Programmlisten konnten in Summe zwei Mandate dazu gewinnen.

ORF-Urgestein
In der ORF-Geschäftsführung dürfte man den Umstand, dass der 65-jährige Fiedler künftig nicht mehr die stärkste Liste stellt, mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben. Fiedler selbst sieht ein Ende seiner Ära aber offenbar noch nicht gekommen. Er erklärte bereits am Dienstagabend, dass man mit ihm "immer rechnen" müsse - ob an der Spitze des Zentralbetriebsrats oder quasi als Belegschaftsvertreteroppositioneller ließ das ORF-Urgestein, das in den vergangenen Jahrzehnten bei diversen ORF-Generaldirektorenwahlen die Fäden im Hintergrund zog, dabei offen.

Wahlsieger Moser will die Gespräche der nächsten Tage abwarten, wie er gegenüber der APA erklärte. Michael Götzhaber, Listenführer der SP-nahen Gruppe "Perspektive ORF", war am Mittwoch auf Tauchstation und für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Götzhaber hat es mit seinen drei Mandaten in der Hand, ob der nächste Betriebsratschef des ORF Heinz Fiedler, Gerhard Moser oder gar Michael Götzhaber heißt.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |