10. August 2007 16:37

ORF-Sommergespräche 

Verstimmung bei Qualitätszeitungen

Die Auswahl der Printvertreter zu den ORF-Sommergesprächen sorgt bei "Standard" und "Presse" für Verstimmung.

Verstimmung bei Qualitätszeitungen
© ÖSTERREICH/Georg Hochmuth

Für Verstimmung sorgt bei Österreichs Qualitätszeitungen die Teilnahme ausgewählter Printvertreter an den ORF-Sommergesprächen. Von einem "Affront gegen die Qualitätsmedien" und einem "Kniefall vor dem Boulevard" sprach etwa "Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid.

Print-Vertreter
ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser führt die diesjährigen Sommergespräche gemeinsam mit Chefredakteuren von "Kronen Zeitung", "Kleine Zeitung", "Kurier", "Österreich" und "profil".

Bei den Qualitätszeitungen "Der Standard" und "Die Presse" hat der ORF indes nicht angefragt - für Föderl-Schmid ist das "so, als wenn man in Deutschland etwas ohne 'Süddeutsche Zeitung' und 'FAZ' machen würde".

Kein automatischer Anspruch
Ähnlich sieht das "Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker, der aber auch betont, dass Qualitätsmedien "nicht automatisch einen Anspruch darauf haben, dabei zu sein".

ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser stehe vor der Aufgabe als Interviewer dem öffentlich-rechtlichen Informationsauftrag des Senders bestmöglich gerecht zu werden. Wenn er "meint, dass er dieser Herausforderung mit Wolfgang Fellner besser nachkommen kann, als mit den Chefredakteuren der Qualitätszeitungen, muss man ihm das lassen und die Entscheidung zur Kenntnis nehmen", so Fleischhacker. "Möglicherweise fühlt sich Oberhauser mit Fellner wohler als mit den Chefs von 'Presse' und 'Standard'", mutmaßt der Chefredakteur. Im Endeffekt müsse sich der ORF an Ergebnis und Inhalt der Sendungen messen lassen.

Fünfe Termine, fünf Medien
Im ORF erklärte man auf APA-Anfrage, es gebe fünf Termine "und deutlich mehr großartig befähigte Chefredakteure und Journalisten in diesem Land", weshalb es "leider nicht möglich ist, in dieser Rund alle teilnehmen zu lassen", so Kommunikationschef Pius Strobl. In Summe würde der ORF darauf achten, dass "immer eine ausgewogene Auswahl von Printvertretern in den verschiedenen Formaten vorkommt". In diesem Fall sei die Wahl auf die fünf Chefredakteure gefallen, "weil sie fachinhaltlich zu den Diskutanten passen". (APA)




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