12. Jänner 2008 13:15

Kampusch 

Viele offene Fragen zu Nataschas TV-Sendung

Entführungsopfer Natascha Kampusch plant eigene TV-Show. Doch noch sind zu der Sendung viele Fragen offen.

Viele offene Fragen zu Nataschas TV-Sendung
© Puls 4

Das Studio von Puls TV im Wiener MuseumsQuartier. In den vergangenen Tagen ging hier mehrmals eine junge Frau ein und aus. Ihr Gesicht erschien manchem Passanten bekannt. Ihren Namen kennt zumindest ganz Europa: Natascha Kampusch.

Kampusch bereitet sich bei Puls TV – das ab 28. Jänner Puls 4 heißt – auf ihre eigene Talk-Show vor. „Ich werde mit meinen Gästen kein traditionelles Interview mit den üblichen, oft gehörten Fragen führen, sondern viel mehr ein sehr offenes Gespräch, in dem auch bislang unbekannte Seiten meiner Gesprächspartner Platz finden werden“, so das einstige Entführungsopfer recht forsch.

Offene Fragen
Doch weder der Titel der Sendung, noch die Länge und der Sendezeitpunkt stehen derzeit fest. Unklar ist nach wie vor auch, wie oft und in welchem Rhythmus Kampusch ihre Talk-Show präsentieren wird. In Medienkreisen wird darüber spekuliert, dass die Kampusch-Sendung womöglich nie zu sehen sein wird. „Das Format geht dann auf Sendung, wenn alle Beteiligten der Meinung sind, jetzt passt es “, erklärt Martin Blank, Geschäftsführer von Puls 4, im Gespräch mit MADONNA.

Honorar-Spekulationen
Ob Kampusch für ihre Show bei Puls 4 ein Honorar erhält, lassen die beiden Partner ebenfalls offen. „Wir sind Know-how-Partner und bringen unsere Technik und vor allem redaktionelles Wissen ein“, will Blank nicht näher in die Details gehen. Das Management von Kampusch hüllt sich in Schweigen. Belegt ist, dass Kampusch zuletzt für mehrseitige Interviews bezüglich ihrer möglichen neuen Talkshow stolze Summen um die 20.000 Euro kassierte.

Was Raum für Spekulationen lässt. Kampusch sieht für ihre Tätigkeit bei Puls 4 keinen müden Cent, meinen die einen. Hingegen wussten englische Boulevardblätter gar von einem Millionen-Honorar zu berichten. „Die Erfahrung zeigt, dass solche Deals nicht ohne Geldfluss über die Bühne gehen“, plaudert ein Fernseh-Insider aus der Schule. Was passiert, wenn die Sendung eingestellt wird oder sich Frau Kampusch nach kurzer Zeit wieder von Puls 4 verabschiedet? „Für solche Fälle brauchen beide Partner eine Sicherheit“, heißt es im TV-Sender.

Kritik
Und warum darf Kampusch, die eine Medien-Karriere anstrebt, eigentlich nicht im ORF talken? „Das ist eben der Unterschied zwischen einem öffentlich-rechtlichen Sender und einem Privatsender. Wir machen kein 19-jähriges Entführungsopfer zur Talkmasterin“, meint ein hochrangiger ORF-Vertreter, der seine Aussage jedoch nicht als offizielles Statement verstanden wissen will. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, selbstverständlich werden alle Aktivitäten mit den Betreuern von Natascha abgestimmt“, hält Puls 4-Geschäftsführer Blank dagegen.

In den Studios des Wiener Senders geht jedenfalls das weiter, was der Senderchef als „Probebetrieb“ bezeichnet. Das Üben von Gesprächssituationen unter Studiobedingungen. Mit offenem Ende.

Albert Sachs in MADONNA (12. Jänner 2008)




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