03. Jänner 2008 09:47

TV-Kult 

Vom Wirt zum Kaiser des Fernsehen

Palfrader im privaten Interview. „Wir sind Kaiser“-Star kämpfte gegen Alkoholprobleme. ÖSTERREICH gewährte er Privat-Audienz.

Vom Wirt zum Kaiser des Fernsehen
© ORF

Mit dem Appell "Wir müssen alle ein bissl brav sein“ avancierte "Wir sind Kaiser"-Star Robert Palfrader (39) zum ORF-Comedy-Kult. Auch am Donnerstag-Abend bittet er als Robert Heinrich I. zur Audienz (21.55 Uhr, ORF 1). Privat liebt und lebt der einstige Kaffeehaus-Besitzer mit weniger Pomp, ist seit 15 Jahren mit einer Frau liiert und erwartet Mitte Februar die Geburt seines zweiten Kindes. „Es wird eine Kronprinzessin!“

Alkohol
ÖSTERREICH gewährte Robert Palfrader eine ganz private Audienz und sprach über seine Anfänge, Alkohol-Vergangenheit und den Alltag zu Hause:

ÖSTERREICH: Viele kennen Sie als Kaiser aus Ihrer Comedy "Wir sind Kaiser“. Dabei haben Sie eine inte­ressante Vita, waren früher Kaffeehausbesitzer. War es je geplant, Comedy zu machen?

Robert Palfrader: Kabarett war immer mein Wunsch. Ich habe mein ganzes Leben lang geblödelt und musiziert. Mit Gerald Votava und Herbert Knötzl habe ich einmal eine Band gegründet – die war quasi der Vorläufer von Projekt X.

ÖSTERREICH: Dann waren Sie also früher ein junger Intellektueller?

Palfrader: (lacht) Zum Intellektuellen fehlt mir der Intellekt.

ÖSTERREICH: Haben Sie denn auch etwas "Gescheites“ gelernt?

Palfrader: Versucht habe ich es schon, es ist mir nur nicht gelungen. Es gab mal einen Masterplan meiner Eltern, der eine Karriere in der Hotelerie vorgesehen hätte.

ÖSTERREICH: Wie kamen Sie dann zu einem Kaffeehaus?

Palfrader: Das habe ich mir mit 18 oder 19 eingebildet. Das wollte ich mal ausprobiert haben.

ÖSTERREICH: Und wie ist es?

Palfrader: Anstrengend. Ich war ein verdammt guter Wirt und ein verdammt schlechter Geschäftsmann. Es waren 2 ½ Jahre sehr intensiv Party machen und das Blödeln ist im Vordergrund gestanden. Ich habe dann auch ein massives Alkoholproblem gehabt. Drauf gekommen bin ich erst, als meine Frau gesagt hat: Ich liebe dich, aber das geht so nicht weiter. Da war ich 22 Jahre.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen heute mit dem Thema Alkohol?

Palfrader: Ich weiß noch, wie Party machen geht, und manchmal probier ich es auch aus – um dann zu wissen, dass ich es nicht mehr brauche. Ich habe auch familiäre Verpflichtungen. Meine Frau – wir sind nicht verheiratet, aber seit 15 Jahren zusammen – ist schwanger, wir haben einen siebenjährigen Sohn und einen Hund. Und wenn ich nicht um eins zu Hause bin und mit ihm Gassi gehe, scheißt er mir in die Wohnung.

ÖSTERREICH: Sind Sie privat auch tonangebend wie ein Kaiser?

Palfrader: Nein, ich hab zu Hause nichts zu reden. Meine Frau führt das Regiment.

ÖSTERREICH: Da geben Sie das Zepter aus der Hand und entspannen.

Palfrader: Sie kennen meine Frau nicht. Mit Entspannen hat das nichts zu tun. Im Ernst: Wir führen natürlich eine gleichberechtigte Beziehung. Dem Großteil meiner Familie ist es zum Glück relativ egal, was ich beruflich mache.

ÖSTERREICH: Wie gehen Sie selber mit der neuen Prominenz um?

Palfrader: Das Interesse an meiner Person irritiert mich ein wenig und finde ich ein bissl überzogen. Am Ende des Tages ist es ja nur eine Fernsehsendung und keine Gehirnoperation!

Daniela Bardel in ÖSTERREICH Life & Style (3. Jänner 2008)




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