10. Dezember 2008 14:36

Konjunktur 

Werbebranche erwartet für 2009 ein Minus

Die Bruttoausgaben für Werbung stiegen heuer um 4,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, für 2009 lautet die Prognose bis zu minus 4,7 Prozent.

Werbebranche erwartet für 2009 ein Minus

Die "überfallsartig einsetzende Rezession" und der stetige Medienwandel der Konsumenten trübt die heimischen Werbebranche. "Die vorauseilende Konjunkturdepression gewinnt die Oberhand", sagte Max Palla, Präsident der International Advertising Association (IAA), am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz in Wien.

Werbeausgaben: 400 Euro pro Kopf
Die Branche hat heuer 3,3 Mrd. Euro für Werbung ausgegeben, gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem nominellen Plus von 4,4 Prozent. Pro Kopf wurde Werbung im Wert von 400 Euro konsumiert - im Jahr davor lag der Werbeaufwand pro Österreicher bei 384 Euro. Zwar überschreiten die Bruttoausgaben für Werbung auch heuer wieder die 3-Milliarden-Euro-Grenze - die Werbewirtschaft habe im zweiten Halbjahr aber eine "Vollbremsung" hingelegt, sagte Palla. Während das Werbewachstum im ersten Halbjahr 2008 noch 6,4 Prozent ausmachte, "schwächelte" das zweite Halbjahr mit einem Plus von nur noch 2,5 Prozent "deutlich".

2009 kippt die Stimmung
Bereits für 2009 erwartet die werbetreibende Wirtschaft ein Minus von 1,2 Prozent - die Agenturen gehen gar von einem Rückgang von 4,7 Prozent aus, geht aus einer heute präsentierten Focus-Umfrage hervor. Laut Josef Leitner, Chef von Focus Media Research, ist die Prognose der werbetreibenden Wirtschaft zutreffender als die der Agenturen. IAA-Präsident Palla zeigte sich optimistisch: "Zwar lehne ich mich jetzt weit hinaus, aber ich erwarte für 2009 ein Plus, auch wenn das erste Quartal sehr schwierig werden wird."

Flugblatt verliert, Internet gewinnt
Die größten Wachstumsraten werden 2009 bei Internet (13,6 Prozent), Direct Mailing (10 Prozent) und beim Arztwartezimmer-Fernsehen (6,5 Prozent) erwartet. Hohe Rückgänge erwartet die Branche beim Flugblatt bzw. Prospekt (minus 10,3 Prozent), bei Samplings und Warenproben (minus 9,8 Prozent) und bei Infoscreen (minus 7,9 Prozent).

Print-Medien führen Hitliste an
Stärkster Werbeträger waren auch heuer wieder die Printmedien mit einem Anteil von 45,2 Prozent am gesamten Werbekuchen. Den größten Anteil davon streichen die Tageszeitungen mit 23,8 Prozent ein. Illustrierte und Magazine haben ihren Anteil gegenüber dem Vorjahr auf 11,1 Prozent verbessern können, Fachzeitschriften blieben mit 4,1 Prozent stabil, regionale Wochenzeitungen mussten einen Rückgang auf 7,9 Prozent hinnehmen.

Die zweitgrößte Branche am Werbemarkt ist das Fernsehen mit 18,8 Prozent. Davon entfallen 320 Mio. Euro (2007: 351 Mio. Euro) auf den ORF und 302 Mio. Euro (2007: 245 Mio. Euro) auf Private. Der ORF habe in diesem Jahr erneut zugunsten der Privaten "verloren", von einem Absturz könne aber keine Rede sein, sagte Leitner. Der Anteil der Hörfunkwerbung blieb mit 5,3 Prozent relativ stabil. In diesem Bereich hat der ORF erstmals seit Jahren wieder dazugewonnen. Eine "stark wachsende Tendenz" legte der Onlinebereich hin, der sich von 2,1 Prozent im Vorjahr auf 2,6 Prozent steigerte.




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