15. August 2007 19:15

ORF-Reform 

Wrabetz: Meine neuen ORF-Pläne

Vor einem Jahr wurde Alexander Wrabetz zum Generaldirektor des ORF gewählt. Seine Bilanz: Die verpatzte Reform wird nun schnell reformiert.

Wrabetz: Meine neuen ORF-Pläne
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Vieles hat man Alexander Wrabetz in den vergangenen Monaten vorgeworfen: Der neue ORF-General, der vor einem Jahr gewählt wurde, habe zu viel auf einmal gewollt, habe Sendungs-Formate am Markt vorbeikonzipiert, Sehergruppen enttäuscht. Mit solchen Anwürfen kann Wrabetz offenbar leben. Nur eines lässt er nicht auf sich sitzen: Dass er Fehler nicht erkenne. Deshalb kehrt er auch im Bilanz-Interview hervor: „Wo sich Schwachstellen gezeigt haben, haben wir reagiert.“

Tatsächlich gibt es Reformen der großen ORF-Reform zuhauf: Etwa entpuppt sich Sommerzeit (statt Julia) als Erfolg. Ab Herbst startet eine ganze Palette neuer und erneuerter Sendungen: Willkommen Österreich kommt wieder, dazu gibt es eine Musical-Show, die an Starmania-Erfolge anknüpfen soll.

Katastrophen-Start
Wrabetz’ erste Monate waren gemäß seinem Motto „Nur wer nichts tut, macht keine Fehler“ vor allem durch Hiobsbotschaften gekennzeichnet. Von über 40 Prozent Gesamt­reichweite 2006 purzelte der ORF auf unter 37 im Juli 2007. Vor allem im Unterhaltungsbereich im Herzen der Wrabetz’schen Reform, lief nichts so wie geplant: Die Sitcom Mitten im Achten, startete bei 364.000 Zusehern und musste Ende Juni bei 73.000 Zusehern eingestellt werden. Weitere Enttäuschungen: Club2-Nachfolger Extrazimmer rasselte von 178.000 auf 73.000 Zuseher, das auf Nachrichten ge­trimmte Heute in Österreich konnte das gemütlich-unterhaltende Willkommen Österreich nicht ersetzen. „Die emotionalen Signale vor allem für ältere Menschen haben gefehlt“, resümiert SPÖ-Stiftungsrat Karl Krammer, „aber das ist mittlerweile korrigiert.“

„Freie“ ZiB
Von derart groben Tiefschlägen blieb die ORF-Information trotz großer Umstellungen verschont, wie vor allem zuletzt steigende Quoten belegen: Das Ende der Durchschaltung der Zeit im Bild 1 und die Wiedereinführung der Doppelmoderation führten nur temporär zu Zuseherschwund. Ex-Generaldirektor Gerhard Weis sieht gerade die TV-Information „auf einem guten Weg“.

Von politischer Einflussnahme scheint die ZiB-Redaktion derzeit nicht betroffen. Die Freiheit der TV-Information sei unvergleichlich größer geworden, schreibt Moderator Armin Wolf im Standard. Was der vielgescholtene Ex-Chefredakteur Werner Mück so nicht stehen lassen will. „Die große Freiheit ist ausgebrochen, der Küniglberg ein Wellnesspark.“




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