02. Februar 2008 18:53

ORF-Gebühren 

Wrabetz machte keine Zugeständnisse

ORF-Boss Wrabetz zur Gebühren-Abstimmung: "Habe kKeine politischen Verhandlungen geführt".

Wrabetz machte keine Zugeständnisse
© ÖSTERREICH/Chris Singer

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat sich am Samstagnachmittag mit den Stiftungsratsbeschlüssen zur ORF-Gebührenerhöhung und zum ORF-Budget zufrieden gezeigt. "Ich habe diese Erhöhung ohne politische Zugeständnisse durchgebracht und habe keine politischen Verhandlungen über diese Gebührenerhöhung geführt", so Wrabetz bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des obersten ORF-Gremiums. Auf den Verbraucherpreisindex werde sich die Erhöhung lediglich mit 0,02 Prozent auswirken, alles in allem eine maßvolle Anpassung. Außerdem seien 320.000 Haushalte - rund eine halbe Million Menschen - in Österreich gebührenbefreit, betonte der ORF-Chef.

50 Millionen Euro verloren
Die Frage der Refundierung der Gebühren, die der ORF aus den Befreiungen verliert - im Jahr sind das rund 50. Mio. Euro - soll in ein mittelfristiges Positionspapier einfließen und in den kommenden Monaten diskutiert werden. Auch bezüglich der für 2008 anvisierten Quotenziel der ORF-Geschäftsführung wurde im Stiftungsrat eine Entscheidung gefällt. Im Fernsehen will der öffentlich-rechtliche Sender in der Zielgruppe 12 plus in den Kabel- und Satellitenhaushalten einen Jahresmarktanteil von 40 Prozent erreichen (2007: 39,4 Prozent). Im Hörfunk werden 78 Prozent Marktanteil anvisiert (2007: 79 Prozent).

Kritik an ORF-Führung
Stiftungsratsvorsitzender Klaus Pekarek zeigte sich nach der Stiftungsratssitzung ebenfalls froh über die Beschlüsse, übte aber dennoch Kritik an Zeitpunkt und Vorbereitung der Gebührenerhöhung. Pekarek hatte sich ebenso wie Franz Küberl in der Gebührenfrage enthalten. Bei längerem zeitlichen Vorlauf hätten Polarisierungen vermieden werden und breiterer Konsens gesucht werden können, so Pekarek.

Gespräch mit Zeitungsherausgebern suchen
Wrabetz hofft nun, dass die in den vergangenen Monaten entstandenen Polarisierungen wieder legen werden. Auch mit den anderen Marktteilnehmern möchte der ORF-Chef künftig wieder ein besseres Auskommen finden, wie er in Anspielung auf die von Zeitungen und privaten TV-Anstalten kritisierte Finanzierung durch Gebühren meinte. Die Gespräche mit den Zeitungsherausgebern bezüglich der Werbemöglichkeiten des ORF seien im Laufen, letztlich müsse aber die Politik entscheiden.




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