16. Oktober 2008 11:01

ORF-Zukunft 

Wrabetz stellt vier ORF-Standorte in Frage

ORF-Boss Alexander Wrabetz stellt alle vier ORF-Standorte in Wien in Frage: Küniglberg, Heiligenstadt, Argentinierstraße und Rosenhügel.

Wrabetz stellt vier ORF-Standorte in Frage
© APA

ÖSTERREICH Herr Wrabetz, wenn der ORF nicht am Küniglberg bleibt, welche Standorte kommen für den Neubau in Frage?

Alexander Wrabetz: Es ist klar, dass es in Wien nicht mehr als fünf Standorte geben wird, an dem sich ein neues ORF-Zentrum errichten ließe, denn für einen solchen Neubau bedarf es einfach einer gewissen Größe. Außerdem müssen bestimmte Kriterien wie gute Verkehrsanbindung, die Nähe zum Stadtzentrum und ähnliche erfüllt werden. Und ein solcher Neubau muss auch eine Landmark, muss wieder ein wirkliches ORF-Zentrum sein.

ÖSTERREICH Der Küniglberg liegt ja auch nicht gerade Zentrumsnahe?

Wrabetz: Man kann sich´s ja verbessern.

ÖSTERREICH Konkrete Angaben zum Standort wollen Sie nicht machen?

Wrabetz Es gibt verschiedene Ideen, wir rechnen und denken jetzt alle möglichen Varianten durch.

ÖSTERREICH Betrifft die Diskussion um einen möglichen Neubau des ORF-Zentrums nur den Küniglberg oder auch andere ORF-Standorte in Wien, Stichwort Medienhaus?

Wrabetz Es geht um alle vier ORF-Standorte in Wien, das ORF-Zentrum auf dem Küniglberg, das Ö3-Haus in Heiligenstadt, das Funkhaus in der Argentinierstraße und die Rosenhügel-Studios.

ÖSTERREICH Sie haben immer gesagt, eine Entscheidung über den künftigen ORF-Standort wird erst nach 2011, nach der nächsten ORF-Generaldirektorenwahl fallen, warum bricht die Standort-Diskussion jetzt plötzlich so heftig los?

Wrabetz Weil der Augenblick günstig ist und der Stiftungsrat gesagt hat, die ORF-Führung muss jetzt im Zuge einer Gesamtstrategie und auch gegen alle Widerstände tabulos alle Möglichkeiten und Themen diskutieren. Und was immer dabei herauskommt, der Stiftungsrat steht mit großer Mehrheit hinter diesen Entscheidungen.

ÖSTERREICH Vor allem würde ein Neubau des ORF-Zentrums die alltäglichen Betriebskosten für den gesamten Redaktions- und Sendeablauf deutlich reduzieren, wie hoch wäre das Sparpotenzial?

Wrabetz Der Kostenvorteil bei einem solchen Projekt würde erst auf lange Frist wirksam werden. Außerdem hängt er auch von den Strukturen und Abläufen in Redaktion und Technik ab. Aber Tatsache ist, dass das ORF-Zentrum auf dem Küniglberg nicht sonderlich energieeffizient zu betreiben ist.

ÖSTERREICH Wie hoch stehen rein rechnerisch die Chancen für einen Verbleib auf dem Küniglberg, 50 Prozent oder weniger?

Wrabetz Dazu möchte ich keine Angaben machen.

Interview: Albert Sachs




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