04. Dezember 2008 19:43

ORF-Finanzen 

Wrabetz zieht Sparpaket zurück

ORF-Boss Alexander Wrabetz schrammt an Abstimmungsniederlage vorbei, Finanzausschuss im Stiftungsrat bleibt ohne Ergebnis.

Wrabetz zieht Sparpaket zurück
© APA

Knalleffekt bei der Sitzung des Finanzausschusses der ORF-Stiftungsräte: Senderchef Alexander Wrabetz zog seine Sparpaket, den Finanz- und Stellenplan 2009, die mittelfristige Finanzvorschau bis 2013 sowie den Verkauf der Rosenhügelstudio vorerst zurück. Wrabetz entging so nach heftiger Diskussion einer Abstimmungsniederlage, schildern Teilnehmer. Die Sitzung wurde damit ergebnislos abgebrochen.

Zwar ist der Finanzausschuss formell nicht beschlussfähig, doch er gibt eine Empfehlung für das gesamte ORF-Aufsichtsgremium ab, das nächsten Donnerstag tagt. Üblicherweise werden die Ausschuss-Empfehlungen aber übernommen.

Wrabetz muss nachbessern
Von Wrabetz wird ein kräftiges Nachbessern beim ORF-Zukunftsplan gefordert. Nicht nur bei den Finanzen, sondern auch beim Programm. Kritik der Stiftungsräte: Eine programmliche Zukunftsvision fehlt. Wenig gefallen findet der Stiftungsrat auch an den massiven Auslagerungsplänen für Teile des ORF. „Das ist nur ein Umschichten der Kosten“, so ein Stiftungsrat.

Vor der Stitungsratssitzung nächsten Donnerstag vor dem Pelnum stattfinden. Um nochmals zu diskutieren, wenn ein Lohnabschluss vorliegt, heißt es von Seite der Stiftungsräte, die im Finanzauschuss eine VP-Mehrheit haben. Um die von Wrabetz nachgereichten Ergänzungen zu besprechen, erklärt ORF-Kommunikationschef Pius Strobl.

Abbau von 1.000 Stellen geplant
Für das Jahr 2009 plant der ORF laut dem im November vorgelegten Finanzplan ein negatives Konzernergebnis von minus 29 Millionen Euro. In seinem mittel- beziehungsweise langfristigen Sparpaket sieht Wrabetz einen Stellenabbau von rund 1.000 Mitarbeitern bis 2012 vor. Dieser soll unter anderem mit Kündigungen erreicht werden, Teile des Unternehmens sollen ausgegliedert und alte Dienstverträge beschnitten werden. Zudem soll ein verstärkter Altersabbau stattfinden. Einsparungen soll es darüber hinaus beim Programm geben.




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