11. März 2008 12:08

Medienpläne 

Zeitungsverband plant VÖZ-Google

Neuer VÖZ-Geschäftsführer sieht "Entmaterialisierung der Zeitung", Forderung nach mehr Rechten für Contentverbreitung über mehrere Kanäle hinweg.

Zeitungsverband plant VÖZ-Google
© VÖZ

Seit Internet hat die Zeitung als reines Printprodukt ausgedient. Von der "Entmaterialisierung der Zeitung", sprach in diesem Zusammenhang Gerald Grünberger, neuer Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), Montagabend im Wiener "Zigarrenklub" der Kommunikationsagentur Pleon Publico. Nicht das Blatt, sondern die Nachricht sei die Ware. Diese müsse über sämtliche zur Verfügung stehenden Kanäle ausgespielt werden.

Konflikt mit UEFA
In der Kombination von "Multiplattform, Multichannel und Multimedia", liege die Zukunft der Zeitung. Derzeit werde diese Strategie aber - etwa was die Verwendung von Bewegtbildern betrifft - aufgrund der Urheberrechte-Situation gebremst. Insofern müssten sich bei der Verschränkung von Print und Online nicht nur die Verleger, sondern auch die Medienpolitik engagieren. Von dieser erwartet sich Grünberger "Überlegungen, wie man Inhalte künftig vielfältiger nutzen darf".

Unzufrieden zeigte sich Grünberger auch bezüglich der Haltung der UEFA, die Slide-Shows bei der Fußballeuropameisterschaft nicht zulassen will. Hier versuche man noch zu verhandeln. Der europäische Fußballverband wollte ursprünglich festlegen, dass bei der EM in Österreich und der Schweiz von jedem Speil nur maximal 20 Bilder in einer Zeitung veröffentlicht werden dürfen. Diese Beschränkung konnte der VÖZ wegverhandeln, doch bei den Bildern für Online-Plattformen zeigt sich die UEFA noch wenig beweglich.

Kritik an Google
Österreich sei im Ländervergleich ein Zeitungsland. Mit einer Abo-Quote zwischen 85 und 90 Prozent bewege man sich "jenseits dessen, was international üblich ist". Die Auflagenentwicklung seit stabil bis steigend. Allerdings müsse man sich zunehmend auf die globale Konkurrenz und den "immanenten Hang softwaregetriebener Neuerungen zur Monopolisierung" einstellen, meinte der VÖZ-Geschäftsführer in Hinblick auf Plattformen wie Google, die in Österreich einen 85-prozentigen Marktanteil hält. "Mit Kreativität und Humankapital werden wir uns aber im Wettbewerb auch weiter halten", gab sich Grünberger überzeugt.

Der VÖZ-Geschäftsführer kündigte an, dass der Verband selbst an einer Plattform arbeite, die Zeitungsartikel - vor allem die über lokale Ereignisse berichten - per Internet abgerufen und somit auch besser vermarktet werden können.




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