18. Dezember 2007 21:00

ÖSTERREICH 

ZiB wird wieder reformiert

Der akute Seherschwund veranlasst den ORF zur Reform der Reform. Im Jänner soll die "Zeit im Bild" runderneuert auf Sendung gehen.

ZiB wird wieder reformiert
© ORF

Mit großem Getöse startete der ORF in seiner "größten Reform aller Zeiten" am 10. April dieses Jahres eine völlig neu gestaltete Zeit im Bild um 19.30 Uhr. Doch bei der wichtigsten Nachrichtensendung des Landes und dem Aushängeschild des ORF verlief seitdem nicht alles nach Plan, schon wird wieder eifrig an der "Reform der Reform" gebastelt. Im Jänner soll die runderneuerte ZiB in deutlich modernerer Gestaltung auf Sendung gehen.

Stress pur für die Moderatoren, die neben ihren täglichen Sendungen derzeit laufend Test-Sendungen aufzeichnen müssen. Die wichtigsten geplanten ZiB-Neuerungen im Detail:

  • Herren werden wichtiger
    Für hitzige Diskussionen soll derzeit besonders die Frage der Aufgabenverteilung für die Moderatoren sorgen. Bisher hatten bei den beiden ZiB-Duos Ingrid Thurnher und Gerald Gross sowie Danielle Spera und Tarek Leitner die Damen das Sagen. Sie leiteten Live-Schaltungen und moderierten die großen Themen an. Jetzt wird heftig diskutiert, ob nicht auch die Herren, die in den Hintergrund gedrängt wurden, wieder etwas mehr zu Wort kommen dürfen. Widerstand von Spera und Thurnher ist hier programmiert.
  • Neues Design
    ORF-interne Kritik wurde auch an der Gestaltung laut. Hochrangige Mitarbeiter sollen von der Zeit im Bild abfällig als "bebildertes Radio" sprechen und sich eine dynamischere Gestaltung wünschen. Daran wird jetzt eifrig gebastelt.
  • Neue Grafik
    Insbesondere die häufig sehr statisch gehaltenen Grafikelemente sind vielen ein Dorn im Auge und sollen moderner werden – und in Zukunft können Grafiken nicht mehr nur von dem männlichen Part des Duos, sondern auch von den Damen präsentiert werden.

Reformeifer
Besonderen Reformeifer versprüht im ORF derzeit ORF-2-Infochef Stefan Ströbitzer, der auch an der vergangenen Reform der Nachrichtensendung im April maßgeblich beteiligt war. "Mir fallen jetzt schon wieder 1.000 Dinge ein, die man besser machen kann, ich bin nie zufrieden. Das ist wohl eine Eigenschaft, die mich als Reformer prädestiniert", hörte man zuletzt von ihm voll Tatendrang. Grund zum Handeln besteht jedenfalls, immer mehr Seher schalten zur privaten TV-Konkurrenz um.

Seher-Schwund
Der ZiB-Marktanteil stürzte von 51 Prozent beim Start der Programmreform im April auf 47 Prozent im November ab. Auch die aktuellen Dezemberwerte ergeben in der ÖSTERREICH-Hochrechnung nur magere 47 Prozent. Das heißt: Von den Fernsehzuschauern um 19.30 Uhr schalten immer mehr auf andere Sender, vor allem ins Privat-TV. Selbst bei den absoluten Zuschauerzahlen gibt es immer häufiger starke Ausreißer nach unten.

Werberabatt
Im Sommer und Herbst musste der ORF mehrmals die sehr teuren Werbetarife senken – eine Auswirkung der weniger werdenden ZiB-Seher. Besonders dramatisch war es im August, wo es eine Reduktion der Werbepreise von sieben bis 15 Prozent gab.

Vor allem junge Seher fehlen bei der Zeit im Bild immer stärker. Seit Wochen touren deshalb die Top-Aushängeschilder der Zeit im Bild durch ganz Österreich, um in Schulen fürs ZiB-Schauen zu motivieren.

"Wir wollen wissen, was den Schülern abgeht", erklärt dazu TV-Chefredakteur Karl Amon. Allein am gestrigen Tag gab es gleich drei solcher Werbetermine in eigener Sache.




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1 Posting
manu69 meint am 16.12.2011 18:44:39 ANTWORTEN >
der ganze orf ist schei.... ich schau mir das schon lange nicht mehr an und die zib sendungen kann man vergessen da schau ich mir lieber die nachrichten auf einem deutschen sender an die sind viel ausfühlicher das ist ja lächerlich die 10min. zib was da gebracht wird hört man unter tags schon in den nachrichten im radio da darf sich der orf nicht wundern wenn er keine zuseher hat und noch dazu mit den gebühren in die höhe geht eine richtige sauerei.
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