15. Jänner 2007 15:36

Geburtstag 

Barbara Coudenhove-Kalergie wird 75

Die Grand Dame der heimischen Publizistik feiert heute Geburtstag.

Barbara Coudenhove-Kalergie wird 75

Sie ist immer dort anzutreffen, wo es um Minderheitenrechte und Weltoffenheit geht. Sie ist immer dann zur Stelle, wenn Stammtisch-Rhetorik zur Richtschnur zu werden droht: Die Journalistin und Publizistin Barbara Coudenhove-Kalergi wird am Montag, 15. Jänner, 75 Jahre alt. Im vergangenen Jahr trat sie vor allem als Akteurin rund um die Initiative "SOS ORF" in Erscheinung, mit der sie um die politische Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kämpfte.

Ihr unermüdliches Engagement widmet die in Prag geborene ehemalige ORF-Journalistin immer wieder auch ethnischen oder religiösen Minderheiten, schreibt die APA. So mag es nicht verwundern, dass sie im Vorjahr rund um den so genannten Karikaturenstreit als eine der ersten Unterzeichnerinnen einer gemeinsamen Erklärung der Plattform "Christen und Muslime in Österreich" für das friedliche Zusammenleben der Religionsgruppen und Kulturen eintrat.

Coudenhove-Kalergi ist am 15. Jänner 1932 in Prag geboren und wuchs in einer prominenten Intellektuellen-Familie auf. Seit 1945 lebt sie in Österreich und arbeitet als Schriftstellerin und Publizistin unter anderem für die Tageszeitungen "Die Presse", "Neues Österreich", "Kurier" und das Nachrichtenmagazin "profil". Dem breiten Publikum wurde sie in den 70er und 80er Jahren durch ihre "Ostblock"-Reportagen für den ORF bekannt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kehrte sie in ihr Geburtsland zurück.

Hohe politische Ämter sind ihr öfter angetragen worden, annehmen wollte sie solche Funktionen aber nicht. Sie wolle sich selbst treu bleiben, so hatte ihre Begründung gelautet, als sie 1997 aufgefordert worden war, für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren.

Bis heute schreibt sie für verschiedene tschechische und österreichische Zeitungen und ist Herausgeberin mehrerer Bücher, wie etwa eines Sammelbands über die österreichische Identität: "Meine Wurzeln sind anderswo". "Österreich war immer ein Einwanderungsland. Es gibt keine typische österreichische Identität, auch nicht eine der Vielfalt. Es gibt nur Identitäten. Jede Lebensgeschichte ist anders", lautet ihr Credo.

Für ihr Engagement bekam Coudenhove-Kalergie im Jahr 2001 in Prag den Masaryk-Orden verliehen bekommen. Der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel würdigte dabei ihre "besonderen Verdienste um Demokratie und Menschenrechte". 2005 wurde sie mit dem renommierten Ehrenpreis der Concordia für ihr Lebenswerk geehrt. Im gleichen Jahr erhielt sie den Axel-Corti-Preis der österreichischen Volksbildung.




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