23. Jänner 2007 16:03

Sprücheklopfer 

Bohlen im Kreuzfeuer der Kritik

Kriegt Dieter Bohlen wegen seiner großen Klappe jetzt eine auf den Deckel?

Bohlen im Kreuzfeuer der Kritik
Bohlen im Kreuzfeuer der Kritik

Freche Sprüche oder Super-Rüpeleien? Das ist die Frage bei der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar". Wegen seiner scharfen Kommentare zu ihren Leistungen ist Jury-Mitglied Dieter Bohlen bei den Casting-Teilnehmern gefürchtet. Doch die Zuschauer an den Bildschirmen sehen gerade in Bohlens scharfer Zunge einen besonderen Reiz des TV-Formats.

Bei der Suche nach den Kandidaten für die vierte Staffel von "DSDS" hat es der RTL-Jury-Superstar aber nun offenbar übertrieben. Denn jetzt steht Bohlen selbst im Kreuzfeuer der Kritik: Medienbehörden und Jugendschützer schießen sich auf den wortgewaltigen Musikproduzenten ein.

Lesen Sie hier die miesen Sprüche

Unterstes Sprachniveau
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) in München leitete gegen Bohlen wegen "Beleidigungen und Bloßstellungen der Kandidaten" auf "unterstem Sprachniveau" ein Prüfverfahren ein. "Antisoziales Verhalten wird hier von einer Identifikationsfigur wie Bohlen als cool und erfolgsversprechend dargestellt", erklärte der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring.

Bei den Kommentaren der Jury-Mitglieder - Heinz Henn steht Bohlen an Scharfzüngigkeit kaum nach - handle es sich um keine "singuläre Entgleisung", sondern um "bewusste Inszenierung" durch den Sender, erklärte Ring: "Respektlosigkeiten im Umgang miteinander" gehörten zur "Machart der Sendung".

Bußgeld droht
Das Spektrum der Sanktionsmöglichkeiten reicht von der Beanstandung der Sendung, was einer Art öffentlichen Rüge entspricht, bis hin zu Bußgeldern. RTL könnte gegen eine ausgesprochene Sanktionen Widerspruch einlegen. Das könnte allerdings sogar ein Gerichtsverfahren zur Folge habe könnte. Falls die Kommission Verstöße feststellt, kann beispielsweise für Wiederholungen eine Ausstrahlung vor 22.00 Uhr untersagt werden.

Auch der Direktor der NRW-Landesanstalt für Medien, Norbert Schneider, hat sich wegen der Bohlen-Sager, bereits per Brief an RTL-Chefin Anke Schäferkordt gewandt. RTL nehme "ernst gemeinte Kritik durchaus ernst", heißt es aus dem Kölner Privatsender.




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