26. Jänner 2007 09:20

Krone klagt Kurier 

Mediaprint in der Krise

Dichand-Anwalt stellt Schwester-Zeitung Ultimatum

Mediaprint in der Krise

Eklat in der Mediaprint: Hans Dichand und die "Krone" wollen dem "Kurier" den Gewinnanteil nicht mehr zahlen.

Schon kurz nach dem Tod von WAZ-Chef Erich Schumann eskalieren die Auseinandersetzungen in der Mediaprint. "Krone"-Eigentümer Hans Dichand hat seine Anwaltskanzlei Wallentin beauftragt, an die Eigentümer des "Kurier", primär die Raiffeisen-Gruppe, ein Ultimatum zu stellen. Im Namen der "Krone" verlangt Dichand die Änderung der Gewinnverteilung.

Kurier defizitär
Statt wie bisher 30 Prozent will Dichand bereits für das Geschäftsjahr 2005/06 dem "Kurier" nur mehr zehn Prozent Gewinnanteil an der Mediaprint zubilligen.

Die "Krone" will von den zuletzt 30 Millionen Jahresgewinn der Mediaprint (übrigens eine enttäuschend geringe Summe im Vergleich zu 500 Millionen Umsatz) ab sofort zumindest 90 Prozent Anteil. Für den "Kurier" blieben läppische drei Millionen.

Weil das eklatant den gültigen Verträgen zwischen "Kurier" und "Krone" widerspricht, ist das Ultimatum mit heftigen Vorwürfen gegen den "Kurier" gespickt. Der "Kurier", so Dichands Anwalt, hätte nicht die wünschenswerte und erwartete wirtschaftliche Entwicklung genommen und trage nichts zum Gewinn der Mediaprint bei. Von der "Krone" ist sogar zu hören, der "Kurier" sei im betreffenden Jahr klar defizitär gewesen, Auflagen und Anzeigengeschäft seien eine Katastrophe.

Mediaprint am Ende?
Bis 17. Februar gibt Dichands Anwalt den "Kurier"-Eigentümern Zeit, auf seine Bedingungen der veränderten Gewinnverteilung einzugehen sonst werde ein Schiedsgericht angerufen. Ein Sachverständiger soll das wahre Defizit des "Kurier" erheben.

Das Ultimatum ist nach dem Krieg, den Dichand gegen die WAZ führt, nun auch die offene Kriegserklärung der "Krone" und damit der Familie Dichand gegen den "Kurier" und damit gegen Raiffeisen. Ein Insider: Das läuft auf die Auflösung der Mediaprint, die 2008 gekündigt werden kann, hinaus.

(ÖSTERREICH, 26. Jänner 2007)




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