31. Jänner 2007 11:49

Tageszeitungspläne 

Tiroler Medienehe gescheitert

Der 50-Prozent-Gesellschafter Athesia steigt bei der Mutter der "Tiroler Tageszeitung" aus - vermutlicher Grund: Tageszeitungspläne in Oberösterreich.

Tiroler Medienehe gescheitert
© Böhm / Tiroler Tageszeitung
Tiroler Medienehe gescheitert
© Athesia

Überraschende Entwicklung in der Tiroler Medienlandschaft. Die Athesia-Gruppe zieht sich aus der Moser Holding zurück. Unter dem Dach der Moser Holding sind unter anderem die "Tiroler Tageszeitung" , die Tageszeitung "Die Neue" sowie Beteiligungen an diversen anderen Medien gebündelt. Die Athesia mit Sitz in Bozen war seit Anfang 2004 50-Prozent-Gesellschafter an dem Unternehmen.

Strategie-Streit
Offiziell werden Differenzen zur Strategie der Moser-Gruppe für den Schritt der Athesia genannt. Die Beteiligung war für Athesia unter den verschiedensten Gesichtspunkten lehrreich. Aufgetretene unterschiedliche unternehmenspolitische Auffassungen haben zum Verkauf geraten, hält Michl Ebner, Direktor der Athesia in einem knappen offiziellen Statement fest. Sonst heißt es aus Bozen nur: Kein Kommentar. Michl Ebner ist gemeinsam mit seinem Bruder Toni Eigentümer der Athesia.

Tatsächlich soll die Expansionsstrategie der Moser Holding als wahrer Grund hinter der Trennung stehen. Beispielsweise sollen die Ebners über den Start der Tageszeitung Die Neue wenig begeistert gewesen sein. Das Blatt verkauft derzeit täglich rund 14.100 Stück.

Tageszeitungspläne
Als eigentlicher Knackpunkt gilt jedoch der Einstieg der Moser Holding bei der Wochenzeitung "Oberösterreichische Rundschau". Die Moser Holding will bis 2008 einen Minderheitsanteil von 25,1 Prozent an der Wochenzeitung erwerben. Dies ist mit Mehrheitsgesellschafter Franz Xaver Hirtreiter bereits vereinbart. Angeblich will die Moser Holding das oberösterreichische Blatt zu einer Tageszeitung ausbauen.

Hermann Petz, CEO der Moser Holding, spricht von einem Überdenken all unserer Strategien für die nächsten drei bis fünf Jahre, bestätigt die Tageszeitungspläne aber nicht.

Das Anteilspaket der Athesia, die in Bozen die Tageszeitung "Dolomiten" herausgibt, übernimmt nun wieder die JS Moser Medien-Treuhand hinter der die Familie Moser steht. Die Familie Moser hat schon bisher die andere Hälfte an der Holding gehalten. Aufsichtsratsvorsitzender der Moser Holding wird erneut Ernst Buob. Er ist Geschäftsführer der JS Moser Medien-Treuhand GmbH und gehört seit 1993 dem Aufsichtsrat der Moser Holding AG an. Der restliche Aufsichtsrat besteht weiterhin aus Julius Kainz, Eugen A. Russ und Rudolf A. Rimbl.

Der Vorstand bleibt mit CEO Hermann Petz und CFO Silvia Lieb unverändert.

(Albert Sachs in ÖSTERREICH, 1. Februar 2007)




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