24. Jänner 2007 14:21

FPÖ-Klausur 

Umstrittener Auftritt von ORF-Redakteur Seledec

Wieder einmal gibt es nach einem öffentlichen Auftritt von ORF-Mitarbeiter Walter Seledec heftige Diskussionen.

Umstrittener Auftritt von ORF-Redakteur Seledec

FPÖ-Klubklausur in Waidhofen/Ybbs. Und der Auftritt von Walter Seledec, zentraler Chefredakteur im ORF, sorgt für Diskussionen. Seledec, wegen seiner vermeintlichen FPÖ-Nähe bereits mehrfach in der Kritik, hielt bei der FPÖ-Klubklausur in Niederösterreich ein Referat über den ORF.

Sein Auftritt bei der FPÖ-Klausur sei kein Grund für einen Konflikt. Dieser sei von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz nämlich genehmigt worden, erklärte Seledec der APA vor seinem Auftritt. "Es geht darum, den Abgeordneten zu erklären, worum es beim ORF geht." Es sei schließlich "Aufgabe des Unternehmens, Lobbying zu betreiben".

Auftritt genehmigt
Der Auftritt bei der FPÖ-Klubklausur sei "genehmigt", bestätigt ORF-Kommunikationschef Pius Strobl auf Anfrage der APA. Seledec vertrete in diesem Fall quasi die Geschäftsführung. Referate zum ORF zu halten sei durchaus "üblich" und gelte für "alle Parlamentsparteien gleich", so Strobl, der von "wichtiger Lobbying-Arbeit für den ORF" sprach. "So lange uns das Parlament reguliert, sind die Abgeordneten unsere Ansprechpartner."

Privatreise in den Iran
Seledec bestätigte darüber hinaus APA-Informationen, wonach er mit einer FPÖ-Delegation - Teilnehmer waren unter anderen Ewald Stadler sowie der EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, der zuletzt mit der Bildung einer Rechtsaußen-Fraktion im EU-Parlament von sich Reden machte - in den Iran reiste. Dabei dürfte es sich um eine Gegeneinladung eines iranischen Politikers gehandelt haben, den Stadler im Vorjahr zu einer Diskussionsveranstaltung in die Freiheitliche Akademie geholt hatte.

Seledec kommentierte seine Teilnahme an der Reise in den Iran laut APA "eher unwirsch". Es habe sich um eine "Privatreise" gehandelt, die er selbst bezahlt habe. "Das geht niemanden etwas an." Mit der FPÖ habe das nichts zu tun gehabt. "Ich bin ein interessierter Journalist und habe mir dort das iranische Fernsehen angeschaut", schildert der ORF-Chefredakteur seine Reiseerlebnisse.

Parteinähe ist Privatsache
Die vermeintliche FPÖ-Nähe von Seledec kommentierte Strobl zurückhaltend. Wenn Seledec privat einer Partei nahe stehe, könne man das teilen oder nicht. Dies sei Seledecs' Sache. "Eine dienstliche Nähe ist im ORF ausgeschlossen - zu jeder Partei."

Der zentrale Chefredakteur, der in der ORF-Generaldirektion formal für die Auslandskorrespondenten, die Koordination der Bundesländernachrichten und Humanitarian Broadcasting zuständig ist, sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufregung. Im April 2005 wurde Seledec als Ehrengast am FPÖ-Parteitag begrüßt, im September des selben Jahres unterzeichnete er gemeinsam mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und anderen FPÖ-Granden eine Traueranzeige für den verstorbenen Friedrich Peter und im November 2005 legte Seledec mit seiner Teilnahme bei der Kranzniederlegung am Grab des NS-Fliegers Walter Nowotny nach.




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