22. Jänner 2007 14:28

Ski-TV-Rechte 

Werden ORF-Exklusivrechte aufgeweicht?

Die TV-Rechte für die Ski-Weltcup-Rennen könnten ab 2010 in Form von Paketen ausgeschrieben werden.

Werden ORF-Exklusivrechte aufgeweicht?
© (c) GEPA

Premiere will sich TV-Rechte an den Weltcup-Skirennen sichern und damit dem ORF etwas von seiner Exklusivität abknabbern. Bereits ab der kommenden Saison ist eine Aufweichung der Exklusiv-Rechte des ORF am Ski-Weltcup vorgesehen, berichtet die APA und beruft sich dabei auf Carsten Schmidt, Vorstand für Sport und New Business der Premiere AG. Geplant sei die Vergabe von Parallel-Rechten - diese Vereinbarung bedarf aber noch der Genehmigung durch das Kartellgericht.

Premiere-Chef Georg Kofler hatte immer wieder sein Interesse an den Rechten zum Ski-Weltcup bekundet, dabei aber vor allem die Rechte für den deutschen Markt im Auge. Heftig beklagt hatten verschiedene Premiere-Manager auch vielfach jenen Zehn-Jahres-Vertrag den der heimische Skiverband ÖSV mit dem ORF zu den heimischen Weltcup-Ski-Rennen abschloss, Premiere hatte sogar eine Klage bei der EU-Kommission angekündigt.

Diskriminierungsfreie Neuvergabe
Nun meint Schmidt gegenüber der APA, ab 2010 sollen die Rechte "in einem transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren für die Saisonen nach 2011/12 neu ausgeschrieben werden". Die Dauer der neuen Lizenzperiode soll mit maximal drei bis fünf Saisonen deutlich kürzer ausfallen als der bisherge Vertrag zwischen ORF und ÖSV. Bei der Neuausschreibung sollen die Rechte - ähnlich den neuen Fußball-Bundesliga-Rechten - in Form von Paketen vergeben werden, hieß es dazu laut APA im ORF.

Für den Privatsender ATV, der unlängst die Rechte für die Berichterstattung über die heimische Fußball-Bundesliga an den ORF abgetreten hatte, ist das ebenfalls "eine sehr interessante Option". ATV begrüßte gegenüber der APA die geplante "Aufweichung der Exklusivrechte" ausdrücklich und kündigte Interesse an einzelnen Exklusiv-Paketen an. Eine Parallelübertragung mit dem ORF käme für den Privatsender allerdings nicht in Frage.

Beschwerde an Wettbewerbsbehörde
Vorausgegangen ist den geplanten Neuerungen bei den Ski-TV-Rechten eine Beschwerde von Premiere bei der Bundeswettbewerbsbehörde. Im Jahr 2005 beschwerte sich Senderchef Georg Kofler über den TV-Rechte-Vertrag im alpinen Skirennsport, der seiner Ansicht nach "EU-Wettbewerbsrecht und gängiger Vergabepraxis solcher Kernrechte fundamental widerspricht". Kofler stieß sich vor allem an der langen Dauer des Vertrags und daran, dass er ohne Ausschreibung zu Stande gekommen sei.

Ob und inwiefern Premiere künftig bei der Ski-Weltcup-Übertragung zum Zug kommt, wird sich zeigen.




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