02. Jänner 2007 12:50

ORF-Reform 

Wrabetz stellt Stufenplan vor

Die Programmreform des ORF soll 2008 abgeschlossen werden.

Wrabetz stellt Stufenplan vor

Die Übergangszeit von der Direktion Monika Lindners zu seiner mit 1. Jänner beginnenden Amtszeit sei für ein Unternehmen wie den ORF zu lange gewesen, meint Neo-Generaldirektor Alexander Wrabetz bei seiner Antrittspressekonferenz (2. Jänner 2007). Hier sei die Medienpoltik gefordert, so Wrabetz, um eine möglichst kurze Übergangsphase zu ermöglichen.

Die neu Geschäftsführung des ORF habe die Übergangszeit zwischen Wahl und Amtsantritt genutzt, um "eine neue Struktur innerhalb der TV-Information mit dezentralen Rahmenbedingungen zu schaffen". Dazu gehöre auch eine Teilung der bisherigen Hauptabteilung in "Aktuelle Information" mit eigenständigen Sendungsverantwortlichen und Kernteams sowie in "Magazine".

Programmreform in drei Phasen
Die Programmereform werde in drei Schritten erfolgen, kündigt Wrabetz an. Herzstück der ersten Phase ist dabei der Start des neuen Programmschemas am 10. April 2007, das "bis zum entsprechenden Beschluss im ORF-Stiftungsrat am 22. Februar", so Alexander Wrabetz, "ein ‚work in progress’ ist". Im Herbst 2007 soll Phase zwei der Programmreform und zu Beginn 2008 Teil drei abgeschlossen sein.

Der neue ORF-Generaldirektor nannte im Rahmen der Pressekonferenz jene Details der Schemareform, die bereits ab 10. April on-air gehen. "Unter dem Motto ‚Mehrwert schaffen für die Zuschauerinnen und Zuschauer’ wird die Fernseh-Information ausgebaut. Dazu gehören eine tägliche Österreich-Informationssendung um 17.05 Uhr in ORF 2, eine zusätzliche Informationssendung in ORF 1 für den Fall der Beendigung der ‚ZiB 1’-Durchschaltung und eine neue Infotainment-Sendung ebenfalls in ORF 1." Außerdem soll es in ORF 1 eine tägliche "österreichische und in Österreich gedrehte Unterhaltungsserie" (Wrabetz) mit dem Arbeitstitel "Mitten im Achten" geben.

Zusätzlich werde die "ZiB 3" ab 10. April in ORF 1 zu sehen sein, was der "ZiB 2" in ORF 2 einen flexibleren Gestaltungsraum, etwa für Sondersendungen, Runde Tische etc. gibt.

Neue Sendezeiten
"Es gehört auch zum Credo der neuen Geschäftsführung, anspruchsvolle Programme zu einem prominenteren Sendeplatz als bisher zu zeigen", so der neue ORF-Generaldirektor. So werde "Am Schauplatz" in den zweiten Hauptabend rücken, wo es künftig auch einen fixen Doku-Termin geben soll. "kreuz&quer" wird bereits im Anschluss an die "ZiB 2" stattfinden und mehr Sendezeit bekommen. Außerdem kündigte der neue ORF-Chef monatliche "Bürgerforen zu aktuellen, heißen Themen vom jeweiligen Ort des Geschehens" sowie eine attraktive Sendeleiste für den europäischen Film an.

Alexander Wrabetz versprach aber auch für die Zeit vor Beginn der Schemareform, dass die Zuschauer merken würden, "was der neue ORF unter öffentlich-rechtlichem Mehrwert versteht". Im Jänner möchte der ORF erstmals mit einem Programmschwerpunkt in möglichst vielen Sendeformaten "öffentliche Debatten auslösen und beflügeln". Das Thema: Der Klimawandel und seine Auswirkungen. Drei bis vier Schwerpunkte dieser Art sollen im Laufe des Jahres folgen. Daneben stehen in den kommenden drei Monaten gleich zwei Übertragungen aus der Wiener Staatsoper auf dem Programm ("Manon" und "Die Regimentstochter"). "Auch die morgige Dokumentation über den Fall Natascha Kampusch", so Wrabetz, "zeigt, wie mit Sensibilität auch in solchen Fällen öffentlich-rechtliche Tonalität erreicht werden."

ORF stellt sich "Public Value"-Test
Daneben kündigte Dr. Alexander Wrabetz an, dass sich der ORF, nach dem Vorbild der BBC, ab 2008 mit all seinen neuen Produkten aber auch großen Änderungen im Regelprogramm einem so genannten "Public Value"-Test unterziehen werde, der zeigen soll, ob der ORF mit seinen Maßnahmen "einen messbaren Mehrwert für die Gebührenzahler, für den Medienstandort Österreich oder den öffentlichen Diskurs erreicht."

Der neue ORF-Generaldirektor, der auf eine "gute Werbe-Buchungssituation für 2007" verwies, wiederholte seine Ankündigung, dass es 2007 keine Valorisierung der Programmentgelte geben werde.




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