11. Jänner 2007 14:41

Mitteilungsbedürfnis 

Zahlreiche ARD-Wortmeldungen zu Jauch Absage

Aus dem ARD-Lager gibt es eine ganze Reihe von Statements zur Absage von Günther Jauch.

Heftige Aktivitäten in den Reihen der ARD, zur Absage von Günther Jauch. Die Entscheidung des TV-Stars, doch nicht die Nachfolge von Sabine Christiansen als Moderator einer Polittalk-Sendung anzutreten, kommentiert eine ganze Armada von ARD-Entscheidungsträgern.

Fritz Raff, ARD-Vorsitzender und Intendant des Saarländischen Rundfunks: "Ich bedaure den Beschluss von Günther Jauch, denn schließlich hat er seine Wurzeln bei uns in der ARD. Ich würde mich freuen, wenn damit das Tischtuch zwischen ihm und der ARD nicht endgültig zerschnitten wäre. Vielleicht gibt es zu einem späteren Zeitpunkt eine Gelegenheit, doch noch zusammen zu kommen."

Jobst Plog, Intendant des NDR: "Den Entschluss von Günther Jauch bedaure ich außerordentlich. Wir haben uns in den Vertragsverhandlungen mit ihm auf ein Ergebnis verständigt, dass den ursprünglichen Forderungen der ARD entsprach. Die Intendanten der ARD haben dieses Ergebnis einmütig akzeptiert. Der Vertragsschluss wurde durch eine Reihe von Indeskretionen und Nachforderungen aus einigen Landesrundfunkanstalten und deren Gremien gefährdet. Vor diesem Hintergrund habe ich Verständnis für den Entschluss von Günther Jauch. Ich bin zugleich in Sorge, ob es der ARD in Zukunft noch gelingen wird, einen Fernsehstar ähnlichen Formats für sich zu gewinnen."

Fritz Pleitgen, amtierender Intendant des WDR, und Monika Piel, künftige WDR-Intendantin: "Günther Jauch war unsere Wunschvorstellung für die Nachfolge von Sabine Christiansen. Mit seinem Ansehen, seiner Glaubwürdigkeit und seinen großen journalistischen Qualitäten hätte er gut zur ARD gepasst. Deshalb bedauern wir seine Absage sehr. Für uns war es wichtig, dass bei einem Engagement von Günther Jauch keine Missverständnisse auftreten. Die ARD muss auf ein eindeutiges Profil achten. Dies gilt insbesondere für den Informationsbereich. Dass Günther Jauch mit seiner Quizsendung weiter bei RTL bleibt, war für uns noch hinnehmbar. Aber dem Publikum wäre schwerlich zu vermitteln gewesen, wenn Günther Jauch am Sonntag in der ARD eine politische Talk Show moderiert und uns in der Woche bei RTL mit einem journalistischen Format als Konkurrent entgegentritt. Aus diesem Grund hatten wir Günther Jauch angeboten, als Journalist exklusiv für die ARD zu arbeiten und ein entsprechendes Format zu entwickeln. Dass er sich dazu nicht in der Lage sieht, haben wir zu respektieren."

Peter Voß, Intendant des SWR, findet die Absage von Günther Jauch im Hinblick auf die Christiansen-Nachfolge "zwar schade, sie ist aber kein Beinbruch. Ohne Jauch geht's auch". Er sei ohnehin seit längerem der Auffassung, dass mit Frank Plasberg für den Sendeplatz nach dem Sonntags-"Tatort" eine Alternative zur Verfügung stehe, die "hart, aber fair und journalistisch gleichwertig" sei. Die Zuordnung der politischen Talkshow zur Koordination Politik, Gesellschaft und Kultur nannte Voß überfällig - es sei für ihn nicht recht nachvollziehbar, warum ein Moderator, der sich zumindest in dieser Sendung als politischer Journalist verstehen müsse, unbedingt in der Unterhaltung angesiedelt sein wolle. "Dass die ARD-Chefredakteure ihm dabei seine journalistische Freiheit belassen und garantieren, versteht sich von selbst. Aber es versteht sich auch von selbst, dass man sich als Moderator nachträglich der kompetenten Kritik dieser Kollegen aussetzt - daran hat es vielleicht in der Vergangenheit manchmal etwas gefehlt." Er verkenne nicht, so Voß, dass Jauch über einen besonderen Charme verfüge, aber auch Plasberg sei längst ein besonderes Markenzeichen und passe bestens zwischen den "Tatort" und die "Tagesthemen".




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