26. Jänner 2007 17:25

Cannes Lions 

Was die Juroren nervt

Österreichs Cannes-Juroren des Jahres 2006 verraten Tipps und Tricks zum richtigen Einreichen beim Werbefestival.

Was die Juroren nervt

"Go for Success!“ - unter dieses Motto stellte die ORF-Enterprise ihre Auftaktveranstaltung zu den Cannes Lions 2007. Um die Löwen-Ausbeute der heimischen Werbeagenturen künftig zu verbessern, hatte die ORF-Enterprise zu einer Informationsveranstaltung geladen, bei der die heimischen Cannes-Juroren des Vorjahres über ihre Erfahrungen beim größten und wichtigsten Werbefestival der Welt berichteten.

Wer bei den "Olympischen Spielen der Kreativen", so Gastgeber und Enterprise-Geschäftsführer Walter Zinggl, beachtet werden will, muss seine Arbeit "gut verkaufen". Wie dies am besten erfolge, zeigten schilderten die österreichischen Cannes Lions-Jurymitglieder des Vorjahres - Friederike Müller-Wernhart (Mindshare, Media-Jury), Anitra Eggler (holzhuber|impaction, Cyber Lions) und Roman Sindelar (PKP Proximity, Lions Direct) anhand von anschaulichen Beispielen. Ds Trio verriet, worauf es beim Einreichen ankommt und welche Faktoren für eine erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb wichtig sind.

Einreichen ist wie ein Pitch
Media-Leute sollten an eine Cannes-Einreichung wie an eine Wettbewerbspräsentation herangehen, so Müller-Wernhart per Video-Zuspielung. Denn wenn eine Arbeit nicht innerhalb der ersten 20 Sekunden die Aufmerksamkeit der Juroren, die innerhlab von drei bis vier Tagen mehrere Hundert Arbeiten bewerten, erreicht, wird sie schlecht bewertet. Müller-Wernhart empfiehlt, die Einreichung in Form eines Films zu präsentieren, der nicht länger als zwei bis drei Minuten sein sollte. Die englischsprachigen Texte zu den Arbeiten sollten unbedingt von einem "native Speaker" übersetzt beziehungsweise gesprochen werden.

Kein Directors Cut
Auch Sindelar empfiehlt, eine in Cannes eingereichte Kampagne mittels eines Films zu dokumentiern und zu erklären. Die Kardinalfehler einer Einreichung in Cannes sei aber eine uninteressante Arbeit und eine schlechte Übersetzung ins Englische. "Verkaufe deine Arbeiten", so Sindelar. Nur wenn dies bereits bei der Auswahl der Kampagnen in der Agentur angewandt werde und es gelinge, unbeteiligte Kollegen in der Agentur zu begeistern, habe eine Arbeit die grundsätzliche Chance, in Cannes zumindest den Sprung auf dei Shortlist zu schaffen.


Sindelar: "Eine integrierte Kampagne in 44 Sekunden darzustellen ist möglich. Aber Werber sind oft Projektverliebtheit und würden am Liebsten den Director's Cut eines Spots einreichen."

Bullshit-Radar einschalten
"In Cannes zählt vor allem die Idee", betont Eggler, "und die sollte herausragend sein." Österreichs Cyber-Jurorin aus dem Jahr 2006 rät, bei der Auswahl der Arbeiten am besten "das Bullshit-Radar" einschalten und so schlechte Ideen von guten Kampagnen trennen. Außerdem eine Arbeit so erklären, dass sie im Zweifelsfall auch "die eigene Oma kapiert" .




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