06. Oktober 2011 12:05

Berührende Worte 

So sprach Steve Jobs über den Tod

2005 hielt Steve Jobs an der Universität von Stanford die Rede seines Lebens.

So sprach Steve Jobs über den Tod
© Reuters

Für viele sind die emotionalen Worte des Apple-Gründers, die er 2005 an Absolventen der kalifornischen Elite-Uni Stanford richtete, auch jene, die ihn am besten beschreiben.

Jobs begann so:
"Heute will ich euch drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist alles. Keine große Sache. Nur drei Geschichten."

Die Stanford-Rede im Video:


In seiner ersten Geschichte ging es um das "Verbinden der Punkte".

"Du kannst Punkte nicht verbinden, wenn du nach vorne blickst. Du kannst Punkte nur verbinden, wenn du zurück blickst. So musst du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden. Du musst an etwas glauben – deinen Gott, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Diese Einstellung hat mich nie im Stich gelassen und machte den erheblichen Unterschied in meinem Leben."

In seiner zweiten Geschichte ging es um "Liebe und Verlust".
"Ich hatte Glück. Ich fand, was ich geliebt habe, ziemlich früh im Leben. Woz und ich starten Apple in der Garage meiner Eltern, als ich 20 war. Wir arbeiteten hart und in zehn Jahren wuchs Apple von den zwei, die wir waren, zu einem 2 Milliarden Dollar Unternehmen mit mehr als 4000 Mitarbeiter heran. Wir hatten damals unser feinstes Stück geschaffen – den Macintosh – ein Jahr bevor ich 30 wurde. Und dann wurde ich gefeuert."

Erst später begriff Jobs, dass der Tiefschlag ein Glücksfall war.

"Ich hatte es damals nicht gesehen, aber es stellte sich heraus, dass von Apple gefeuert zu werden, war das Beste, was mir je hätte passieren können. Der Druck des Erfolges war von der Leichtigkeit wieder ein Anfänger zu sein, komplett ersetzt worden, und das in allen Dingen. Es befreite mich, um eine der kreativsten Phasen in meinem Leben betreten zu können."

"Der einzige Weg, großartige Arbeit  zu tun, ist zu lieben, was man tut. Wenn du es bis jetzt nicht gefunden hast, dann suche weiter. Bleibe nicht stehen. Mit allen Fasern deines Herzen wirst du es spüren, wenn du es gefunden hast."

In seiner dritten Geschichte sprach Jobs über seine Krebserkrankung - und über den Tod.

"Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat alle diese großen Entscheidungen zu treffen. Weil fast alles - alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham  – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben man hätte etwas zu verlieren. Du bist vollkommen nackt. Es gibt keinen Grund, um nicht seinen Herzen zu folgen."

Dann thematisiert er seine Erkrankung.

"Ungefähr vor einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Ich hatte eine Untersuchung um 7:30 in der Früh und es war deutlich ein Tumor auf meiner Bauchspeicheldrüse zu sehen. Ich wusste nicht mal was eine Bauchspeicheldrüse ist. Der Arzt sagte mir, dass das bereits eine Form des Krebs sei, der unheilbar ist und dass ich damit rechnen solle, dass ich nicht mehr länger als drei bis sechs Monaten zu leben habe. Der Arzt riet nach Hause zu gehen und meine Angelegenheiten alle in Ordnung zu bringen, was die Ärzte normal sagen, wenn sie sagen, man soll sich vorbereiten zu sterben. Es bedeutet zu versuchen, den Kindern das beizubringen und zu erklären, was man normalerweise geglaubt hat, man könnte es in den nächsten zehn Jahren tun, doch nun in einigen Monaten. Es bedeutet dass alles geklärt sein soll, damit es später so leicht als möglich für die eigene Familie wird. Es bedeutet sich zu verabschieden.

Ich lebte mit dieser Diagnose den ganzen Tag. Später am Abend hatte ich eine Biopsie, wo sie mir ein Endoskop in den Hals gesteckt haben, durch meinen Magen in die Eingeweide, wo sie mit einer Nadel einige Zellen von dem Tumor abgeschabt haben. Ich war betäubt, aber meine Frau, die da war, erzählte mir, dass als sie sich die Zellen unter dem Mikroskop angesehen haben, begannen die Ärzte zu weinen, weil es sich herausstellte, dass es eine ganz seltene Form von Beispeicheldrüsenkrebs ist, der mit einer Operation heilbar ist. Ich hatte die Operation und bin nun gesund.

Da war ich dem Tode am allernähesten gekommen und ich hoffe das wird auch so bleiben für die nächsten Jahrzehnten. Das nun durchlebt zu haben, gibt mir die Möglichkeit euch mit mehr Gewissheit sagen zu können, dass der Tod ein rein nützliches geistiges Konzept ist:

Niemand will sterben. Nicht mal Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen sterben, um dorthin zu gelangen. Und dennoch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen. Niemand ist jemals entkommen. Und das ist so, wie es sein sollte, weil der Tod ist möglicherweise die beste Erfindung des Lebens. Es ist der Vertreter des Lebens für die Veränderung. Es räumt das Alte weg, um Platz zu machen für das Neue. Gerade jetzt seid das Neue ihr, aber eines Tages, nicht sehr viel später, werdet ihr langsam zum Alten gehören und weggeräumt werden. Tut mir Leid, dass ich so dramatisch bin. Aber es ist die Wahrheit.

Deine Zeit ist begrenzt, also verbrauche Sie nicht, um das Leben anderer zu leben. Sei nicht gefangen von Dogma, dass nur Leben nach den Überlegungen anderer Leute bedeutet. Lass nicht den Krach anderer Meinungen die eigene innere Stimme zum verstummen bringen. Und das aller Wichtigste, habe den Mut dem eigenen Herzen und der Intuition zu folgen. Diese wissen irgendwie schon genau, was du wirklich sein willst. Alles andere ist zweitrangig."

Reaktionen auf den Tod von Steve Jobs
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Mark Zuckerberg, facebook-Gründer
"Danke, dass du uns gezeigt hast, dass unsere Taten die Welt verändern können."
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Eric Schmidt, Google CEO
"Steve hat eine ganze Generation von Stil und Technologie geschaffen, welche zu übertreffen kaum gelingen wird."
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Michael Bloomberg, Bürgermeister von New York
"Steve's fester Glaube an die Kraft der Technologie unser aller Leben zu verändern, brachte uns mehr als nur Smartphones und iPads: Er brachte uns Wissen und Macht, welche das Antlitz der Zivilisation verändern."
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Rupert Murdoch, Medien-Tycoon
"Wir haben einen der einflussreichsten Denker, Schöpfer und Unternehmer aller Zeiten verloren."
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Warren Buffett
"Er war einer der herausragendsten Geschäftsmänner und Erfinder in der Geschichte der amerikanischen Wirtschaft."
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Bob Iger, Präsident von Disney
"Trotz all dem, was Steve Jobs schon erreicht hat, fühlt es sich so an, als ob er gerade loslegen würde."
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Ashton Kutcher
"Heute haben wir einen Giganten verloren, der von allen vermisst werden wird, auch von denen die ihn nicht gekannt haben."
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Charlize Theron
" Ruhe in Frieden, Steve Jobs, ein wahrer Visionär."
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Alyssa Milano
"Ruhe in Frieden, Steve Jobs. Du warst immer ein großer Teil meiner Welt, dank deiner unglaublichen Erfindungen. Vielen Dank für dein Gehirn."
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Ricky Martin
"Wo wird in Zukunft die Anspannung herkommen? Wir werden in unserem Leben nicht nochmals so einen Menschen erleben. Danke für alles Steve!"
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George Lucas
"Steve's Magie war, dass während andere immer den Status Quo akzeptierten, er hingegen das wahre Potential in allem was er berührte erkannt und ist niemals von seiner Vision zurückgewichen."
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Steven Spielberg
"Steve Jobs war der größte Erfinder seit Thomas Edison. Er hat uns die Welt in unser Hände gelegt"
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Arnold Schwarzenegger
"Steve hat den Kalifornischen Traum jeden Tag seines Lebens gelebt und er hat die Welt verändert und uns alle inspiriert. Danke Steve"
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Bill Gates
"Für die, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, war es eine unglaublich große Ehre. Ich werde Steve enorm vermissen."
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Barack Obama
"Die Welt hat einen Visionär verloren. Dass ein Großteil der Welt über seinen Tod auf Geräten, die er selbst erfunden hatte, erfuhr, ist der größte Beweis für seinen Erfolg."
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Alec Baldwin
"Traurig wegen Steve Jobs. Ebenbürtig mit Henry Ford, Carnegie und Edison."
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Kevin Spacey
"Die Welt hat heute einen wahren Visionär verloren. Denk anders."
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Tim Cook, Jobs' Nachfolger
"Apple hat einen Visionär und kreatives Genie verloren, und die Welt einen unglaublichen Menschen."
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Steve Wozniak, Apple-Mitbegründer
"Das ist ein bisschen, wie als John Lennon starb oder JFK oder vielleicht Martin Luther King: Es fühlt sich an wie eine große Lücke."
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US-Rocker Benji Madden
"Verdammt. Ruhe in Frieden Steve Jobs. Danke für all die Sachen, die du uns gegeben hast. Das Leben ist kurz. Tobe dich aus."
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Michael Moore
"Während die Nachricht von Steve Jobs Tod die Runde macht, ist jedem in der Menge klar, dass seine Erfindungen solche Bewegungen wie diese möglich machen", so der Regisseur von einer Großdemonstration in New York.










 




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1 Posting
Memphisto meint am 09.10.2011 00:24:35 ANTWORTEN >
Was ich nicht verstehe: wie kann man von Apple gefeuert werden, wenn man selbst Aplle ist?? Begrüner. Ja, o.k. hat dann verkauft, etc. Das alleine zeigt wie großartig, wie selbstlos dieser Mensch war.
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