28. Oktober 2007 13:07

US-Astronauten 

17-Tonnen-Sonnensegel mit Roboterarmen verlegt

Die diffizile Arbeit mit zwei Kränen galt als eine der schwierigsten und anspruchsvollsten Arbeiten in der Geschichte der ISS.

17-Tonnen-Sonnensegel mit Roboterarmen verlegt
© AFP

An der Internationalen Raumstation ISS hat am Montag die Verlegung einer 17 Tonnen schweren Halterung mit zwei eingeklappten Sonnensegeln begonnen. Der riesige "Mast" für die Sonnensegel wurde zunächst von einem Roboterarm der Raumstation bewegt und später an einen Roboterarm der Raumfähre "Discovery" übergeben. Beide Arme wurden von den Astronauten aus der ISS und dem Shuttle ferngesteuert.

Schwierigste Arbeit
Die überaus komplizierte Zusammenarbeit der beiden "Kräne" gilt als eine der technisch anspruchsvollsten und schwierigsten Arbeiten in der neunjährigen Geschichte der ISS. Am Dienstag werden die Astronauten bei einem Außeneinsatz die Sonnensegel-Halterung an ihrem neuen Ort am äußersten Ende der ISS montieren.

Arbeit begann bereits am Sonntag
Die Arbeit für die Verlegung hatte bereits am Sonntag begonnen. Bei einem Außenbordeinsatz entfernte das Astronauten-Duo Scott Parazynski und Dan Tani zunächst die "Nabelschnur" zwischen der Halterung und der Station sowie mehrere Bolzen. Dann hievten zwei ihrer Kollegen von drinnen mit Hilfe des ISS-Krans die Vorrichtung samt eingefahrener Sonnensegel von der Station. Sie wurde zunächst "zwischengeparkt".

Sonnensegel waren im Weg
Die Sonnensegel mit einer Gesamtspannbreite von gut 70 Metern waren im Dezember 2000 in der Mitte der Station angebracht worden, um die ISS in der Anfangsphase mit Strom zu versorgen. Da sie später zusätzlich montierten Segeln im Weg waren, wurden sie bei einer vorausgegangenen Shuttle-Mission zusammengefaltet. Jetzt müssen sie verlegt werden.

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Die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) hat mehr Platz: Das Verbindungsmodul "Harmony" von der Größe eines Busses ist am Samstag nach der Installation durch die Astronauten der Raumfähre "Discovery" in Betrieb genommen worden. Am Sonntag stiegen die Astronauten Scott Parazynski und Daniel Tani zum zweiten Außenbordeinsatz der Mission aus, um Feinabstimmungen vorzunehmen und Stahlträger für den weiteren Ausbau des Orbitalkomplexes anzubringen.

Weiterer Ausbau
Denn bereits im Dezember soll mit dem europäischen Weltraumlabor "Columbus" die nächste Erweiterung angebracht werden und im April 2008 das japanische Labor "Kibo" folgen. Dafür musste am Sonntag auch noch eine Vorrichtung an "Harmony" angebracht werden, mit der das Modul von seiner jetzigen in seine endgültige Position bewegt werden kann.

Die Einweihung des zylinderförmigen Moduls, mit dem sich der Lebensraum in der ISS um 70 Kubikmeter vergrößert, wurde am Samstag von Shuttle-Kommandantin Peggy Whitson und ESA-Astronaut Paolo Nespoli vorgenommen. Sie trugen Schutzanzüge für den Fall, dass sich Teile gelöst haben sollten. Damit wurde die Raumstation zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder um eine neue Wohneinheit erweitert.

"Harmony" war am Freitag in einem mehr als sechsstündigen Arbeitseinsatz im All an die ISS angeschlossen worden. Die NASA sprach von einem äußerst gelungenen Arbeitseinsatz im All. In der Raumfähre "Discovery" bedienten dabei die Astronauten Tani und Stephanie Wilson einen Kran, mit dem sie das mehr als 14 Tonnen schwere Modul langsam und vorsichtig aus dem Laderaum hoben. Im All arbeiteten die Astronauten Parazynski und Douglas Wheelock in einem Außenbordeinsatz an der ISS. Koordiniert wurde das Ausladen von Nespoli.

Neues "Nervenzentrum"
"Harmony" wird der ISS als neues Nervenzentrum dienen. Das Modul sorgt für Luft, Strom und Wasser in der Raumstation. Es wurde mit vorinstallierten Computern und anderer Elektronik ins All transportiert. Um sie in Betrieb zu nehmen, mussten 700 Sicherungsschrauben entfernt werden.

Die Außenarbeiten Parazynski und Tani gelten als kompliziert: Sie begannen am Sonntag mit der Verlegung eines gewaltigen Paares von Sonnensegeln. Da dazu der Kran der ISS und der Roboterarm des an die Station angedockten Space-Shuttles "Discovery" aufeinander abgestimmt arbeiten müssen, gelten das Abmontieren und die Neuinstallation der Halterung mit den Solarflügeln als eine der bisher schwierigsten Bauarbeiten an der ISS.

Die Segel mit einer Gesamtspannbreite von gut 70 Metern waren im Dezember 2000 in der Mitte der Station angebracht worden, um die ISS in der Bauanfangsphase mit Strom zu versorgen. Da sie inzwischen neu anmontierten Segeln im Wege sind, wurden sie bei einer vorausgegangenen Shuttle-Mission eingefaltet und sollen nach der Verlegung wieder ausgefahren werden.




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