26. Februar 2008 12:39

"Solar Grand Plan" 

70% des US-Strombedarfes könnte aus Sonne kommen

Bis 2050 wäre dieser grundlegende Richtungswechsel machbar. Das Konzept "Solar Grand Plan" wurde in der Wissenschaftspresse präsentiert.

70% des US-Strombedarfes könnte aus Sonne kommen
© REUTERS/Jose Manuel Vidal-POOL

Die USA könnten in absehbarer Zeit unabhängig von Ölimporten werden. Das behaupten jedenfalls die US-Energieforscher Ken Zweibel, James Mason und Vasilis Fthenakis in der April-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Spektrum der Wissenschaft". Das Zauberwort heißt: "Sonnenenergie". Rund 70 Prozent der Elektrizität und 35 Prozent des Gesamtenergiebedarfs der USA könnten laut dem "Solar Grand Plan" bis 2050 durch Solarenergie gedeckt werden.

40 Minuten Sonne reichen für den Weltjahresbedarf
Solarenergie bietet laut den Experten ein immenses Potenzial: Durch Sonnenstrahlen gelangt binnen 40 Minuten so viel Energie auf unseren Planeten, wie wir derzeit weltweit während eines ganzen Jahres verbrauchen. Die Forscher schlagen in ihrem Plan daher vor, im Südwesten der Vereinigten Staaten riesige Solarkraftwerke etwa in Form von Photovoltaikfarmen auf bisher ungenutztem Ödland zu errichten.

0,8 Prozent der Landesfläche reichen
Über rund 80.000 Quadratkilometer - etwa die Fläche Österreichs oder 0,8 Prozent der Fläche der USA - würden sich die Anlagen erstrecken. Rechnet man das für den Kohleabbau verwendete Land ein, so wäre diese Solarfläche geringer, als heute für Kohlekraftwerke benötigt wird, argumentieren Zweibel, Mason und Fthenakis. Sie gehen davon aus, dass die Herstellungskosten für Solarzellen weiter sinken und deren Wirkungsgrad steigt und die Photovoltaik bis 2020 konkurrenzfähig wird.

270 Mrd. Euro Investition über vier Jahre erforderlich
Rund 400 Milliarden US-Dollar (270 Mrd. Euro) müsste die Regierung in den nächsten vier Jahrzehnten in das Projekt investieren. Diese auf den ersten Blick gewaltige Summe beträgt jedoch, vergleicht man die jährlichen Kosten miteinander, weniger als die Agrarsubventionen der Vereinigten Staaten. Laut Zweibel, Mason und Fthenakis steht ihrem Plan nur das fehlende öffentliche Bewusstsein für Solarenergie entgegen.

Auch in Europa ist die Energiewende machbar, sagt indessen der deutsche Physiker Gregor Czisch (Kassel). Im Gegensatz zu den Amerikanern setzt Czisch, dessen Plan ebenfalls in der Zeitschrift vorgestellt wird, jedoch vor allem auf Windkraft. Bereits in zwanzig Jahren, so führt Czisch vor, könnten Europa und einige Nachbarstaaten ihren kompletten Elektrizitätsbedarf mit erneuerbaren Energien decken.




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