04. März 2008 11:57

Über 1.500 Jahre alt 

Ältestes jüdisches Fundstuck Österreichs gefunden

Forscher der Uni Wien stießen im burgenländischen Halbturn auf ein jüdisches Kindergrab mit Beigaben, das über 1.500 Jahre alt ist.

Ältestes jüdisches Fundstuck Österreichs gefunden
© APA

Ein Wissenschafter-Team der Universität Wien ist bei der Auswertung von Fundmaterial eines antiken Gräberfelds in Halbturn im Burgenland auf eine Sensation gestoßen: Ein Kindergrab enthielt ein Amulett aus Goldblech, das mit einem jüdischen Segensspruch versehen war - ein deutlicher Hinweis darauf, dass bereits in der römischen Kaiserzeit Menschen jüdischen Glaubens in unserem Raum lebten, teilte die Universität Wien am Dienstag in der Einladung für eine Pressekonferenz am 11. März mit, in der über den Fund informiert werden soll.

Mindestens 1.500 Jahre alt
Das Gräberfeld von Halbturn im Seewinkel stammt aus dem 2. bis 5. Jahrhundert nach Christus. Es wurde mit Mitteln des Wissenschaftsfonds FWF seit Ende der 1980er Jahre freigelegt und wissenschaftlich bearbeitet. An der Auswertung des Gräberfeldes waren Forscher aus mehr als zehn unterschiedlichen Disziplinen beteiligt (Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Humanbiologie, Geographie, Archäozoologie, Archäobotanik, Geophysik, Alte Geschichte, Judaistik, Archäometallurgie u.a.).

Der Öffentlichkeit wird dieses älteste jüdische Fundstück Österreich nach Angaben der Uni Wien ab April in einer Ausstellung des Burgenländischen Landesmuseums präsentiert.




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