19. Oktober 2007 14:01

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Alkoholismus ist auch genetisch bedingt

Die individuelle Reaktion auf Alkohol hängt auch von genetischen Faktoren ab. Manche Menschen vertragen größere Mengen, ohne dies negativ zu erleben.

Alkoholismus ist auch genetisch bedingt
© sxc

Nach einem Bericht der Zeitschrift "Psychiatrie und Psychotherapie up2date" führen gentechnische Varianten von bestimmten Enzymen zu einem beschleunigten Alkoholabbau. So vermittle etwa das Enzym Katalase sogar bis zu 60 Prozent des Alkoholabbaus im Gehirn. Wenn also die genetischen Varianten vorlägen, könne der Betroffene vergleichsweise größere Mengen von Alkohol konsumieren, ohne dies negativ zu erleben.

Botenstoffe im Gehirn
Einfluss auf die Alkoholreaktion hat dem Bericht zufolge auch die genetische Beschaffenheit von Botenstoffen (Neurotransmittern) im Gehirn. Eine erhöhte Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin in einer bestimmten Hirnregion spiele eine zentrale Rolle bei nahezu allen stoffgebundenen Abhängigkeiten. Das sei vor allem mit der Erwartung einer Belohnung verbunden. Alkoholabhängigkeit verändere den Hirnstoffwechsel, erklären die Experten. Werde der Konsum großer Mengen Alkohols körperlich gut toleriert oder als angenehm erlebt, begünstige das die Entwicklung einer Abhängigkeit.

Die Behandlung der rund 1,6 Millionen Alkoholkranken in Deutschland kostet den Angaben zufolge jährlich etwa acht Milliarden Euro. Die weitere Erforschung der molekularen Mechanismen von Abhängigkeitserkrankungen könne dabei helfen, ein erhöhtes Rückfallrisiko in Zukunft zu vermindern.




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