26. Mai 2008 17:46

WWF schlägt Alarm 

Artenschutzsterben durch Hitze

Die steigenden Temperaturen setzen der Natur zu. Zahlreiche Tiere wie Forelle und Alpenschneehuhn sollen aussterben, neue Arten wie die Dornfingerspinne kommen.

Artenschutzsterben durch Hitze
© AP

Sommerliche Badetemperaturen bringen den Süden nach Österreich – allerdings mit drastischen Auswirkungen für unsere Natur. „Zahlreiche Arten vertragen einen überheißen Sommer nicht, etwa die Bachforelle, die auf kühleres Wasser angewiesen ist“, so der Direktor des WWF-Naturschutzprogramms, Andreas Wurzer, im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Fichte stirbt aus
Artenschutzexperte Wurzer: „Die Kombination aus Klimawandel und starker Lebensraumwandel führt zu einem Doppelstress. Es verschwinden Lebensräume im Gebirgsbereich, es kommt zu steigenden Waldgrenzen. Auch die Fichte hält es sehr lange im Osten Österreichs nicht mehr aus.“ Eine Umweltkonferenz der UNO, an der diese Woche auch VP-Umweltminister Josef Pröll teilnimmt, widmet sich dem Zusammenhang von steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels und dem fortschreitenden Artensterben.

Bienen sterben aus
Auch den 15 bis 20 Milliarden Bienen in Österreich geht es bei heißen Temperaturen an die Substanz. So gab es bei italienischen Bienen im Vorjahr einen Ausfall an der Honigproduktion von 50 Prozent. In den USA ist 2007 sogar jede vierte Biene gestorben. Die Ursachen werden derzeit noch untersucht, auch das Klima ist laut Experten aber mitverantwortlich.

Überhitzung
„Je höher die Temperaturen, desto größer das Ausmaß der Ausrottung“, so der britische Ökologe Peter Mayhew. Er konnte nachweisen, dass eine Artenvielfalt von niedrigen Temperaturen begünstigt wird, während bei höheren Temperaturen Arten eher aussterben. Einen massenhaften Artentod gab es zuletzt vor 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier ausstarben. Auch damals waren die Temperaturen überdurchschnittlich hoch. Deutsche Umweltschützer sprechen sogar davon, dass „derzeit das größte Artensterben seit dem Verschwinder der Dinosaurier stattfindet“.

Spinnen kommen
Viele Tiere sterben aus. „Dafür werden andere Arten wie etwa die Dornfingerspinne oder die Smaragdeidechse aus dem Süden einwandern“, weiß Franko Petri vom WWF. Schon in den vergangenen Sommer wurden etliche Zwischenfälle mit der bis zu 15 Millimeter großen, braungelben Spinne in Österreich gemeldet. Bisse des aus dem Mittelmeerraum stammenden Tiers sind sehr schmerzhaft, aber laut Experten nicht tödlich.




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