01. Juli 2008 15:46

Studie 

Bachflohkrebs riecht Räuberfisch

Die wirbellosen Tiere bilden einen Schwarm, wenn ein Angreifer entdeckt wird. In Leitungswasser hingegen schwimmen die Krebse ungezielt umher.

Bachflohkrebs riecht Räuberfisch

Riechen Bachflohkrebse in heimischen Fließgewässern einen räuberischen Fisch, bilden sie zum Schutz einen Schwarm. Das geht aus einer Studie des Instituts für Evolutionsbiologie der Universität Bonn hervor, für die 130 Tiere im Frühjahr in einem Bach nahe Bonn beobachtet worden waren. Enthielt das Gewässer den Geruch von Stichlingen, so bildeten die kleinen Krebse einen Schwarm, sagte der beteiligte Wissenschaftler Timo Thünken am Dienstag auf Anfrage. "Sobald der Krebs einen Räuber riecht, sucht er den Schutz der Gruppe, weil die Wahrscheinlichkeit, dann gefressen zu werden, geringer ist."

Im zweiten Versuch mit Leitungswasser schwammen die Krebse dagegen ungezielt umher und bildeten keinen Schwarm. Die Studie - im Fachjournal "Biology Letters" veröffentlicht - sei auch interessant, weil es bisher praktisch keine Erkenntnisse dazu gebe, wie wirbellose Tiere auf die Anwesenheit von Räubern reagieren, erklärte der Bonner Forscher. Es sei aber eher unwahrscheinlich, dass das Bilden eines Schwarmes auf einen Lerneffekt oder eine Erfahrung der Flohkrebse zurückgehe. Die Beobachtungen seien allgemeingültig, also auch für andere Fließgewässer zutreffend. Fische, die zu den Wirbeltieren zählen, können ebenfalls gelegentlich Schwärme bilden.




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