05. Mai 2008 14:09

Time is honey 

Bienen können Flugmuskeln aufheizen

Die Honigsammler haben quasi eine Standheizung eingebaut. Je wärmer sie sich aufheizen, umso leistungsfähiger sind sie bei der Nahrungssuche.

Bienen können Flugmuskeln aufheizen
© AP

Bis auf 45 Grad heizen Bienen ihre Flugmuskulatur auf, um - wenn es darauf ankommt - die größtmögliche Leistung herauszuholen. Generell sind Bienen und Wespen allerdings auch Energiesparer und nutzen Sonnenenergie. Das hat ein Zoologenteam der Universität Graz herausgefunden. Es kommt ganz auf die Situation an, erklärt Studienleiter Anton Stabentheiner.

Standheizung eingebaut
Im Gegensatz etwa zu Säugetieren haben Insekten keine konstante Körpertemperatur. Viele Arten sind einfach auf die Umgebungstemperaturen angewiesen, um so richtig auf Touren zu kommen. Einige Gruppen, wie auch Bienen und Wespen, verfügen über eine Art inneren Ofen, um die Körpertemperatur zu steigern.

Gewichtheber im Einsatz
Nachdem beispielsweise die Muskelarbeit chemisch abläuft, sind die Tiere bei höheren Temperaturen leistungsfähiger. Bei entsprechend heißen Muskeln schaffen es Bienen, Zuladungen von der Größe ihres eigenen Körpergewichtes zu ihrem Stock zu transportieren.

Kalorisches Kraftwerk
Im Gegensatz zur Nutzung von Umgebungs- und Sonnenwärme hat die aktive Heizung des eigenen Körpers aber auch ihren Preis. "Um ihre Körpertemperatur auf 38 Grad halten zu können, muss ein kleines Insekt wie eine Biene etwa 640-mal so viel Energie pro Gramm Körpergewicht umsetzen wie ein Pferd", so Stabentheiner. Daher lohnt es sich für die Tiere offenbar, Kosten-Nutzen-Analysen anzustellen.

Honigtau gegen Nektar
In der Natur gibt es für Bienen verschiedene Nahrungsquellen. Etwa beim Sammeln von Honigtautropfen - zuckerhaltigen Ausscheidungen von Pflanzenläusen - steht jeweils viel Nahrung auf einmal zur Verfügung. Beim Sammeln von Nektar gibt es pro Blüte meist nur sehr kleine Portionen. Die Grazer Wissenschafter stellten beide Situationen im Labor nach, indem sie den Tieren verschieden große Nahrungsportionen in künstlichen Blüten anboten.

Energie sparen
Je größer die Portionen, desto freigiebiger - sprich: heißer - waren die Bienen. Bei entsprechendem Angebot investierten sie vorhandene Sonnenwärme zur Gänze, um ihre Flugmuskulatur auch bei Kälte warm zu halten. Bei kleineren Portionen dagegen wurde die Solarenergie eher dafür genutzt, um Energie des eigenen inneren Ofens zu sparen. Generell brachte der externe Wärmegewinn durch Sonnenstrahlung eine Energieersparnis von 20 bis 70 Prozent.




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