16. Dezember 2008 09:59

Prosit Neujahr 

Billiger Sekt ist meist am besten

Es muss nicht immer teuer sein: Laut einer neuen Studie ist billiger Sekt am besten. Echter Champagner steht auf einer Stufe mit normalem Sekt.

Billiger Sekt ist meist am besten
© dpa

Champagner, Sekt, Cava, Vino Spumante oder Frizzante - wer für den Jahreswechsel das richtige Getränk zum Anstoßen sucht, könnte beim Einkauf leicht überfordert werden. Die Tester vom Verbraucherschutzmagazin "Konsument" haben deshalb Super- und Biomärkte durchforstet und danach Schaum- und Perlweine, die am häufigsten angeboten werden, geprüft. Fazit: Die billigsten Produkte vom Diskonter waren die besten.

Wie es um die Qualität der Weine bestellt ist, wurde von Kostsachverständigen des Bundesamtes für Weinbau in Eisenstadt beurteilt und im Labor untersucht. Zusätzlich wurden die Weine von Laien verkostet. Bei Qualität, Geruch und Geschmack von Sekt, Champagner, Cava und Vino Spumante hatten weder Profi- noch Laienverkoster viel zu bemäkeln.

Hofer-Sekt schnitt gut ab
Unter den besten Schaumweinen fanden sich aber etliche sehr preiswerte. Mailberger Gutssekt brut von Hofer erzielte die höchste Punkteanzahl und ist mit 3,49 Euro einer der günstigsten Weine im Test. Der Zweitgereihte, der Champagner von Moet & Chandon, kostet mehr als neun Mal so viel. Meinklang Sekt Burgundercuvee brut aus biologischem Anbau (14,30 Euro) schmeckte den Laien ebenso gut wie der Testsieger von Hofer. Da er aber die Profis weniger überzeugte, erzielte er insgesamt "nur" Rang drei. Auf Rang vier finden sich ex aequo gleich drei Produkte: Söhnlein Brillant Jahrgangssekt trocken um 3,49 Euro, Goldeck Österreichischer Sekt trocken um 5,59 Euro und Piper-Heidsieck Champagne brut um 26,49 Euro.

Weniger Alkohol als deklariert
Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen waren bei den Schaumweinen großteils tadellos. Lediglich bei Kupferberg Gold Trocken und Erzherzog Johann Schilcher Sekt ergaben die Analysen einen deutlich geringeren Alkoholgehalt als deklariert. Bei Erzherzog Johann Schilcher Sekt und MM Extra Sekt waren zudem die Geschmacksrichtungen falsch gekennzeichnet: Geht es nach dem im Labor festgestellten Restzuckergehalt, hätte der Schilcher Sekt nicht als brut sondern als trocken, MM Extra wiederum statt trocken als brut bezeichnet sein müssen.

Neun Würfelzucker pro Liter
Der "süßeste" Schaumwein im Test, Sekt dry von Schloss Gutenberg, enthielt übrigens 33,4 Gramm Zucker pro Liter - das entspricht fast neun Stück Würfelzucker.

Den Perlweinen wurde von den Kostsachverständigen bestenfalls durchschnittliche, mehrheitlich aber mäßige Qualität attestiert. Den Laien haben sie großteils dennoch geschmeckt. Die Preisunterschiede sind bei Frizzante bei weitem nicht so groß wie bei Sekt & Co. Trotzdem kann sich der Vergleich lohnen: Verduzzo Prosecco del Veneto, einer der besten und zugleich der billigste Perlwein im Test, kostet 1,99 Euro. Der teuerste Frizzante, Montelvini Garganega Prosecco, kommt auf 7,20 Euro und wurde gerade noch als "durchschnittlich" bewertet . Enttäuschend für alle, die Frizzante in erster Linie deswegen kaufen, weil sie stärker kohlensäurehaltige Getränke nicht gut vertragen: Die Untersuchungen im Labor ergaben, dass fast alle Perlweine mehr Kohlensäure enthielten als sie sollten.




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