16. August 2007 14:21

Wettervorhersage 

Blick zum Boden zur besseren Gewitterprognose

Nicht in den Himmel sondern auf den Boden blicken Meteorologen um Gewitter vorherzusagen. Warum das so ist lesen Sie hier.

Blick zum Boden zur besseren Gewitterprognose
© APA

Wer sich während schwüler Wetterlage vom neuesten Stand der Wetterlage überzeugen möchte, blickt gemeinhin Richtung Himmel. Um vor allem lokale Prognosen von drohenden Unwettern verbessern zu können, wollen sich Wissenschafter und Meteorologen in Zukunft mehr auf den Boden konzentrieren.

Projekt "Constance"
Die Forscher um Reinhold Steinacker vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Uni Wien arbeiten derzeit über das vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierte Projekt "Constance" an einer internationalen Messkampagne im Schwarzwald (Deutschland) an der Verbesserung der Prognosequalität bei Gewittern.

Gewittervorhersage
"Eine gewitterträchtige Wetterlage kann man einige Tage vorher prognostizieren, den genauen Ort und Zeitpunkt eines Gewitters aber nur ein bis zwei Stunden vorher", so Steinacker gegenüber der Online-Zeitschrift "Die Universität". Problematisch sind dabei vor allem Prognosen im Gebirge, wo es von Tal zu Tal große Wetterunterschiede geben kann.

Dichtes Messnetz
Für die internationale Messkampagne haben Wissenschafter im Schwarzwald ein dichtes Messnetz aufgebaut. Zum Einsatz kommen unter anderem Stationen für Radar, Lichtradar (Lidar), Sodar (Schallradar) sowie Messflugzeuge. Gemessen werden - teilweise in Abständen von jeweils einem Kilometer - Temperatur, Luftdruck, relative Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Geschwindigkeit und Niederschlagsmenge.

Bodennahe Luftströme
Gewitter beginnen meist damit, dass die Sonne bodennahe Luftschichten stark aufheizt und auf diese Weise enorme Aufwinde erzeugt. Daher ist auch die Beobachtung der bodennahen Schichten von besonderer Bedeutung. Hält die Zufuhr von Feuchtigkeit in den Aufwinden an, wachsen die anfänglichen Wölkchen rasch an, können zu Cumuluswolken und schließlich zu den gefürchteten Cumulonimbus- oder Gewitterwolken werden. Dabei werden ursprünglich bodennahe Luftströme eine Höhen bis zu acht Kilometern gerissen.




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