23. Mai 2008 11:18

New York 

Brooklyn-Bridge feiert 125. Geburtstag

Sie galt als Wunderwerk der Technik. Die erste Hängebrücke Amerikas feiert Geburtstag. Die Brooklyn Bridge wird 125 Jahre alt.

Brooklyn-Bridge feiert 125. Geburtstag
Brooklyn-Bridge feiert 125. Geburtstag
© Reuters

Seit 125 Jahren ragen ihre eleganten neo- gotischen Brückenpfeiler in den Himmel über New York: Die Brooklyn Bridge - überspannt von einem malerischen Netz aus Stahlkabeln - ist Anziehungspunkt für Millionen von Besuchern.

Deutsche Ingenieurskunst
Dass die erste Hängebrücke Amerikas als Wunderwerk der Technik aus dem 19. Jahrhundert gefeiert wird, ist deutscher Ingenieurskunst zu verdanken: Entworfen hat sie John Augustus Roebling, der als Johann August Röbling im thüringischen Mühlhausen zur Welt kam. Nach seinem Tod vollendete sein Sohn Washington Roebling das Werk.

Die gigantische Brücke über dem East River verbindet seit dem 24. Mai 1883 die Stadtteile Manhattan und Brooklyn. Sie hat Künstler, Filmemacher und Poeten inspiriert wie selten ein Bauwerk. Und auch heute kommen selbst trockene Politiker ins Schwärmen. «Ihre Eleganz strahlt immer noch hell und zaubert ein Lächeln auf die Gesichter aller New Yorker und Amerikaner, weil es die schönste Brücke der Welt ist. Wir werden sie gebührend feiern», sagte Marty Markowitz, Bürgermeister von Brooklyn, in einem TV-Interview.

Feuerwerk
Mit einem riesigen Feuerwerk, einem Geburtstagsständchen vom vielfach ausgezeichneten Film- und Theaterkomponisten Marvin Hamlisch und einer Lichtinstallation begannen am Donnerstagabend (Ortszeit) die fünftägigen Feierlichkeiten. Das Geburtstagsgeschenk in Form einer 300 Millionen Dollar (rund 191 Millionen Euro) teuren Renovierung plant die Stadt für das kommende Jahr. Es wird im Grunde aber nur Kosmetik sein: Die Eisenträger, die wichtigsten Kabel und natürlich die beiden Brückenpfeiler sind noch die Originale von vor 125 Jahren. Bauexperten bescheinigen der «alten Dame» weiterhin perfekte Sicherheit.

Viel Glück brachte das 13 Jahre lange dauernde Bauprojekt allerdings weder Vater noch Sohn Roebling: Bei Vermessungsarbeiten wurde ein Fuß des genialen Ingenieurs John Roebling bei einem unglücklichen Unfall zertrümmert. Er starb nur wenige Wochen darauf an Wundstarrkrampf. Sein Sohn Washington war gerade mal 32 Jahre alt, als er die Pläne übernahm. Um die beiden Brückenpfeiler tief im Flussbett verankern zu können, experimentierte er mit bis dahin wenig erprobten Druckluftkammern. Daraufhin erkrankte er schwer an der Taucherkrankheit und war an den Rollstuhl gefesselt.

US-Präsident Arthur bei Eröffnung dabei
Die Fortschritte seines Projekts beobachtete Washington Roebling von da an von seinem Fenster in Brooklyn aus per Fernglas. Seine Frau Emily übermittelte seine Anweisungen täglich an die Baustelle. Sie war auch die erste, die die neue Brücke bei der Einweihung in einer Kutsche überqueren durfte. Neben tausende Fähnchen schwenkenden New Yorkern gab sich auch der damalige US-Präsident Chester Arthur die Ehre.

Brückenzoll
Als die Brücke eröffnet wurde, mussten die New Yorker noch Brückenzoll zahlen. Heute können täglich 126 000 Autofahrer den East River umsonst überqueren. Ungezählte Radfahrer, Jogger und Inlineskater nutzen den darüber liegenden Fußweg. Und was gibt es Romantischeres als einen abendlichen Spaziergang über die Brooklyn Bridge mit Blick auf die Skyline von Manhattan?




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