15. Jänner 2008 13:31

Bilanz 

CO2-Ausstoß ging 2006 zurück

Der Ausstoß von Treibgasen fiel von 93,2 Millionen Tonnen auf 91,1 Millionen Tonnen. Es fehlen noch elf Millionen Tonnen aufs Kyoto-Ziel.

CO2-Ausstoß ging 2006 zurück
© AP

Nach dem Rekordhoch von 2005 zeigt sich in der Klimabilanz 2006 ein leichter Rückgang: Die Treibhausgasausstöße sanken von 93,2 auf 91,1 Millionen Tonnen, gab das Büro von Umweltminister Josef Pröll (V) am Mittwoch bekannt.

Elf Millionen Tonnen fehlen aufs Kyoto-Ziel
Rechnet man die bereits verplanten Zukäufe von sogenannten grünen Zertifikaten aus anderen Staaten (JI/CDM) und den Emissionshandel der Industrie ein, ist für die Zielperiode des Kyoto-Protokolls noch eine Lücke von elf Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten zu schließen. Im Jahr 2005 waren es noch 12,2 Mio. Tonnen gewesen.

Industrie und Verkehr mit größtem Ausstoß
Weiterhin sind Industrie und Verkehr die größten Emittenten, wie aus der Bilanz hervorgeht. 25,3 Mio. Tonnen sind ersterem, 23,3 Mio. Tonnen letzterem Sektor zuzurechnen, wobei der Verkehr 2006 um 1,2 Mio. Tonnen CO2 weniger verursachte als im Jahr 2005.

Warmer Winter wirkt sich positiv aus
Zu Gute gekommen ist der Klimabilanz unter anderem der warme Winter: Raumwärme und sonstiger Kleinverbrauch machten mit 14,2 Mio. Tonnen um 0,6 Mio. Tonnen weniger aus als 2005. Gleiches gilt für den Sektor Energie: Hier fiel der Ausstoß um 0,7 Mio. Tonnen auf 15,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Pröll zufrieden
Zufrieden zeigte sich in einer ersten Reaktion Umweltminister Josef Pröll (V): Die Reduktion befinde sich in erwartetem Umfang. Für Österreich wird die Zeit zur Erreichung des völkerrechtlich verbindlichen Kyoto-Zieles immer knapper: Bereits heuer beginnt der fünfjährige Durchrechnungszeitraum für die Erreichung der Vorgaben. Was in einem Jahr zu wenig erreicht wird, muss dabei in den Folgejahren zusätzlich eingespart werden. Staaten, die also ein großes Loch in der Kyoto-Bilanz haben, sind unter Umständen 2012 mit einem riesigen Fehlbetrag konfrontiert.

Ziel: 68, 8 Millionen Tonnen
Österreich hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls dazu verpflichtet, 2008 bis 2012 jährlich im Durchschnitt nur 68,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten zu emittieren. CO2-Zertifikate im Ausmaß von neun Millionen Tonnen sollen über JI/CDM-Projekte in Schwellen- bzw. Transformationsländern erwirtschaftet werden, 0,7 Mio. Tonnen werden Österreich über die forstliche Bewirtschaftung gutgeschrieben, wodurch sich der Fehlbetrag auf elf Mio. Tonnen beläuft.




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