12. Jänner 2009 12:36

Klimabilanz 

CO2-Ausstoß in Österreich war 2007 rückläufig

Trotzdem hat Österreich das Kyoto-Ziel noch immer nicht erreicht, der Verkehr bleibt das größte Sorgenkind.

CO2-Ausstoß in Österreich war 2007 rückläufig

Österreich hat im Jahr 2007 erneut weniger Treibhausgase ausgestoßen als im Jahr davor. Das geht aus der aktuellen Klimabilanz hervor, die Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) am Montag präsentiert hat. Demnach betrugen die Emissionen insgesamt 88 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, damit liegt Österreich in absoluten Zahlen noch 19,2 Mio. Tonnen über dem angestrebten Kyotoziel. Rechnet man die geplanten Zukäufe von Verschmutzungsrechten aus dem Ausland und Aufforstungsmaßnahmen hinzu, beträgt die Lücke 8,1 Mio. Tonnen.

Verkehr als größtes Sorgenkind
Größtes Sorgenkind bei der Schließung dieser Kluft bleibt weiterhin der Verkehr, der seit 1990 einen Emissionszuwachs von 73 Prozent verzeichnet hat und derzeit noch 5,7 Mio. Tonnen über den Zielen in der heimischen Klimastrategie liegt. Die Industrie emittierte um 21 Prozent mehr als 1990 und liegt rund zwei Mio. Tonnen über dem Zielwert. Der Sektor Energie wuchs seit 1990 um ein Prozent und ist damit 300.000 Tonnen über dem Zielwert, berichtete der Geschäftsführer des Umweltbundesamtes, Georg Rebernig.

Milder Winter brachte sinkende Zahlen
Als Folgewirkung des milden Winters 2006 sind die Zahlen im Sektor Raumwärme auch im Jahr 2007 rückläufig. Hier wurden im Vergleich zu 1990 23 Prozent eingespart. 0,8 Millionen Tonnen werden derzeit noch zu viel emittiert. Rebernig sieht dennoch keinen Grund zur Entwarnung in diesem Bereich: Der kalte Winter des heurigen Jahres könne sich wieder in einer Steigerung niederschlagen, die Emissionen im Ausmaß von mehreren hunderttausend Tonnen Treibhausgasen ausmachen können.

Berlakovich sieht in den vorliegenden Zahlen jedenfalls "Grund zum Optimismus", dass das Kyoto-Ziel erreicht werden könne, wie er betonte. Man habe die Emissionen verglichen mit 2006 um vier Prozent reduziert. "Der Trend geht in die richtige Richtung." Auf die Frage, ob dies auch ohne weitere Zukäufe von Verschmutzungsrechten aus dem Ausland geschafft werden könne, legte er sich nicht fest. Er wolle sich nicht in Spekulationen ergehen, sagte der Minister.

Einsparungspotential im Bereich Biosprit
Einsparungspotenzial sieht Berlakovich im Bereich Biosprit: Künftig soll dieser im Ausmaß von 5,75 Prozent beigemischt werden. Außerdem sollen in Benzin und Super sieben Prozent Ethanol beigefügt werden ("E7"). Zusammen bringe das weitere 1,5 Mio. Tonnen Reduktion, erklärte er. Im zweiten Konjunkturpaket seien zudem 100 Mio. Euro für die thermische Sanierung abgestellt. Dies schaffe Arbeitsplätze und bringe eine deutliche Reduktion. Grundsätzlich brauche es jedoch eine "nationale Kraftanstrengung" für die Erreichung des Kyoto-Ziels, auch Länder und andere Ministerien müssten einen Beitrag leisten, forderte Berlakovich.

Österreich hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen von 2008 bis 2012 im Durchschnitt auf 68,8 Mio. Tonnen zu drücken. Da die Daten bisher stark vom Zielpfad abgewichen sind, wurde in der nationalen Klimastrategie festgeschrieben, dass neun Mio. Tonnen Verschmutzungsrechte aus dem Ausland zugekauft werden.




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