05. November 2008 17:13

Neue Substanz 

Chemie macht Mäuse schlank und fit

Ein US-Pharmaunternehmen entwickelte die schlaue chemische Substanz, die dafür sorgt, dass Mäuse sportlich und schlank werden.

Chemie macht Mäuse schlank und fit
© (c) Photos.com

Eine chemische Substanz bewahrt Mäuse vor dem Dickwerden und erhöht gleichzeitig ihre körperliche Ausdauer. Das US-Pharmaunternehmen Sirtris in Cambridge hatte den Wirkstoff entwickelt. Wissenschafter am Schweizer Ecole Polytechnique in Lausanne testeten die Substanz jetzt im Tierversuch.

Sie gaukle dem Stoffwechsel der Tiere vor, Futter sei knapp, berichtet die Forschergruppe um Johan Auwerx in dem US-Journal "Cell Metabolism" (Bd.8, S.347) vom Mittwoch. Der Stoff kurble die Fettverbrennung an, senke den Cholesteringehalt im Blut und mache Körperzellen empfänglicher für Insulin.

Die Wissenschaftler fütterten ihren Versuchsmäusen 15 Wochen lang eine extrem fett- und kalorienreiche Kost. Einigen von ihnen verabreichten sie außerdem die Substanz mit dem kryptischen Namen SRT1720. Die Mäuse, die eine hohe Dosis dieses Wirkstoffs erhielten, nahmen im Gegensatz zur Kontrollgruppe nicht zu, gleichzeitig sanken ihre Blutzucker- und Cholesterinwerte im Blut.

Wenn die Forscher die Versuchstiere regelmäßig im Laufrad trainieren ließen, liefen die SRT1720-Mäuse in anschließenden Ausdauertests doppelt so weit wie die unbehandelten. Nebenwirkungen beobachteten die Forscher bisher nicht.

SRT1720 stimuliere einen Eiweißstoff namens SIRT1. Dieses Enzym kontrolliert den Stoffwechsel und sorgt für eine stärkere Fettverbrennung bei Nahrungsmangel. Auch Resveratrol, ein natürlicher Bestandteil von Rotwein, aktiviert das Enzym und hatte die Forscher ursprünglich auf die Idee gebracht, SRT1720 zu entwickeln. Dessen chemische Substanzklasse konnte die positiven Wirkungen von Resveratrol reproduzieren, sei jedoch wesentlich zielgerichteter, heißt es in "Cell Metabolism".

Die Forscher basteln jetzt an einem leicht veränderten SRT1720, das auch in geringeren Dosen wirksam sein soll. Wie David Sinclair, Mitgründer von Sirtris der Zeitschrift "Technology Review" berichtete, könnten bereits 2009 die klinischen Studien dieser Schwestersubstanz gegen Altersdiabetes beginnen.




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